Nachdenklich machender Appell

„Was machen wir am Sonntag?“, ist das Motto der von OB Dr. Ulrich Netzer eröffneten Ausstellung im Café der Cityseelsorge. Dabei haben Kinder im Alter von vier bis zehn Jahren in Bildern festgehalten, was zu Hause am Sonntag unternommen wird.

Die Palette der Zeichnungen reicht von Skifahren bis zu gemeinsamen Familienausflügen. Im Mittelpunkt steht aber immer das „gemeinsame Zusammensein“ in der Familie. Rückblickend sind auch OB Netzer die „klar strukturierten Sonntage“ in seiner Kindheit in Erinnerung. Nach dem Kirchgang und dem gemeinsamen Mittagessen mit Gedankenaustausch traf sich seine ganze Familie zum gemeinsamen Nachmittag, erzählte er. Sonntage gäben den Menschen eine Struktur, einen Rhythmus. Nicht der Arbeitsalltag alleine könne das, Menschen bräuchten auch Zeit für sich, den Glauben und der Frage nach dem Sinn. Dafür sei der Sonntag wichtig, so Netzer. Sein dritter Gedanke gehöre den Menschen, die sonntags arbeiten müssten. Allen anderen, die davon nicht betroffen seien, sollte die Ruhe bewahrt bleiben, schloss Netzer. Stephan Ettensperger von ver.di führte dieses Warum noch weiter aus. Der Sonntag habe sich verändert und mit ihm auch die Gesellschaft. Diskussionen um Ladenöffungszeiten könnten zur „Rund-um-die-Uhr-Gesellschaft“ führen. Dabei dürfe nicht vergessen werden, dass viele Mütter im Einzelhandel arbeiten. Diese Mütter würden zu Hause in der Familie fehlen. Die „gemeinsame Zeit“ sei wichtig, betonte er. Die Ausstellung solle ein Bewusstsein für die Wichtigkeit des „freien Sonntags“ schaffen, daher wurde die Präsentation der Bilder auch am „Internationalen Tag des freien Sonntags“ eröffnet, erläuterte er. Die Schau wurde von der (KAB) initiiert und in Kooperation von verschiedenen Verbände wie der Betriebsseelsorge oder dem evangelischen Dekanat umgesetzt. Die Bilder werden noch bis nach Ostern in der Cityseelsorge zu sehen sein.

Meistgelesene Artikel

Ausblick und Austausch

Kempten – Knapp 200 Repräsentanten der verschiedenen Bereiche des Lebens in Kempten versammelten sich am Dienstagabend in der Schrannenhalle des …
Ausblick und Austausch

Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kempten – Am Donnerstagnachmittag vergangener Woche eskalierte ein Streit zwischen einem Pärchen, in dessen Verlauf der Mann offenbar versuchte seine …
Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Mongolei – Nomadenstaat im Spannungsfeld mit Urbanisierung

Kempten – Das Haus International erfüllte auch an diesem Abend seine Mission als interkulturelles Zentrum der Stadt Kempten. Der recht gut besuchte …
Mongolei – Nomadenstaat im Spannungsfeld mit Urbanisierung

Kommentare