Im Namen der Sicherheit

Offiziell für den Verkehr freigegeben ist seit Mittwoch der neue Kreisverkehr zwischen Weiler und Simmerberg an der Deutschen Alpenstraße. Vor einem halben Jahr hatte der Spatenstich für das mehr als eine Million Euro teure Verkehrsbauwerk stattgefunden. Landrat Elmar Stegmann (CSU) und Bürgermeister Karlheinz Rudolph dankten dem Planer und den Verantwortlichen für die Bauausführung. Beide betonten, hier wurde großartige Arbeit geleistet.

Diplom-Ingenieur Thomas Stöckle vom Staatlichen Bauamt in Kempten hat den neuen Kreisverkehr geplant. Er zeigte in seinem Rückblick noch einmal all die Probleme auf, die zu bewältigen waren. So machte die Topographie tiefe Einschnitte in die Landschaft notwendig. Die Längsneigung des Geländes beträgt zum Teil mehr als elf Prozent. 30000 Kubikmeter Erdreich mussten bewegt werden, ein Haus musste dem Kreisverkehr weichen, eine Straße wurde verlegt. Ganze 4000 Tonnen Asphalt wurden eingebaut. Doch die Investition sei sinnvoll, es sei in Verkehrssicherheit investiert worden. Ein jahrelanger Unfallschwerpunkt konnte jetzt beseitigt werden. Die letzten Arbeiten erfolgen Anfang nächsten Jahres, dann wird der Geh- und Radweg endgültig fertig gestellt. Geduldig zeigten sich die Autofahrer, die während der Bauphase weite Umleitungsstrecken fahren mussten. „Es gab nicht eine einzige Beschwerde. Das ist ungewöhnlich“, bemerkte Stöckle, „und war für uns gleichermaßen erfreulich und überraschend.“ Er schloss seine Ausführungen mit dem Dank an den Landkreis, der rund 60 Prozent der Gesamtkosten von 1,4 Millionen Euro geschultert hat. Er dankte auch dem Bund, der die restlichen 40 Prozent trägt, dem Freistaat und der Gemeinde Weiler-Simmerberg. Bürgermeister Karlheinz Rudolph setzte an dieser Stelle an. „Wir wissen, dass der Landkreis einen Rucksack an Schulden trägt, umso glücklicher sind wir, dass diese Baumaßnahme jetzt trotzdem ermöglicht wurde“, sagte er. Was auf der Baustelle in den letzten Monaten geleistet wurde, das bezeichnete der Rathauschef als „Meisterleistung“. Zahlreiche Wasseradern liefen im Berg, bei den Erdarbeiten kam es immer wieder zu Wasserausblutungen. „Der Untergrund war teilweise wie Griesbrei“, beschrieb Rudolph die Situation. „Die Baufirma und alle Verantwortlichen haben hier eine großartige Arbeit geleistet“. Gestaltung folgt nächstes Jahr Neben der Verbesserung der Verkehrssicherheit sieht der Bürgermeister einen ganz entscheidenden Vorteil für die Verbindung der beiden Teilorte. Die Bundesstraße, auf der täglich rund 7700 Fahrzeuge rollen, stellte immer eine deutliche Zäsur zwischen den beiden Teilgemeinden dar. Durch die gefahrlose Querung sieht Rudolph nun eine echte Verbesserung in der Verbindung zwischen Weiler und Simmerberg. Im nächsten Jahr ist die Gemeinde mit der Sanierung der innerörtlichen Straßen gefordert, die haben durch den Umleitungsverkehr teilweise stark leiden müssen. Aber auch eine ansprechende und werbewirksame Gestaltung des neuen Kreisels und des Randbereichs sollen im nächsten Jahr folgen. Wie zum Beweis, dass man hier alles richtig gemacht hat, befuhren mehrer überlange Sattelzüge den Kreisverkehr während der kurzen Ansprache. Problemlos kamen sie durch den Kreisel. Der Durchmesser von 44 Metern, so zeigte sich, ist richtig bemessen.

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