Narren an die Macht

Die Narren der „Lachenden Kuh“ haben am vergangenen Donnerstag traditionsgemäß das Isnyer Rathaus gestürmt. Bürgermeister Rainer Magenreuter und Hauptamtsleiter Oswald Längst nahmen sie dabei mit dem Holzpranger gefangen, führten sie in den großen Sitzungssaal und befreiten die Angestellten aus ihren tristen Amtsstuben. Vor dem Rathaus war die Isnyer Guggenmusik unter Leitung von Marzellus Singer angetreten und spielte den zahlreichen Zuschauern zünftig auf. Beim Narrengericht galt inzwischen eine neue Sitzordnung. Anita Gösele, Oswald Längst, Rainer Magenreuter und Klaus Fehr mussten auf dem „Arme-Sünder-Bänkle“ sitzen und der Vorstand der „Lachenden Kuh“ hatte auf der Frontseite Platz genommen. Frank Müller schaute schon gierig auf den großen goldenen Rathausschlüssel, aber noch hielt den Bürgermeister Magenreuter noch fest umklammert. Erwin Rudhart, Maskenmeister der Narrenzunft, hatte den Text vorbereitet und wusch dem Bürgermeister und seinen Helfern deftig den Kopf. Mit einem Fasnetgedicht schlossen die Narren die Verhandlung: „Die Fasnet macht als Festanlass den Narren einen Heidenspaß! Wird da doch endlich mal die Welt humorvoll auf den Kopf gestellt. Der Narr, der sich sonst meist blamiert ergreift das Zepter und regiert. Sind scheinbar Falsche nun am Zug, der Ernst kommt wieder früh genug! Mit dem Beginn der Fastenzeit legt ab der Narr sein buntes Kleid. Der Alltag, zu oft grau und trist, nur dann auch zu ertragen ist, wenn bislang mancher Narr es wagt, das er die Wahrheit schelmisch sagt, dies geht uns in des Lebens Lauf oft leider viel zu selten auf.“ Dann aber wurde dem Bürgermeister der Schlüssel endgültig entrissen und Frank Müller, nun Herr des Hauses, lud die Anwesenden zum von der Verwaltun

MANFRED SCHUBERT, Isny – Die Narren der „Lachenden Kuh“ haben am vergangenen Donnerstag traditionsgemäß das Isnyer Rathaus gestürmt. Bürgermeister Rainer Magenreuter und Hauptamtsleiter Oswald Längst nahmen sie dabei mit dem Holzpranger gefangen, führten sie in den großen Sitzungssaal und befreiten die Angestellten aus ihren tristen Amtsstuben. Vor dem Rathaus war die Isnyer Guggenmusik unter Leitung von Marzellus Singer angetreten und spielte den zahlreichen Zuschauern zünftig auf. Beim Narrengericht galt inzwischen eine neue Sitzordnung. Anita Gösele, Oswald Längst, Rainer Magenreuter und Klaus Fehr mussten auf dem „Arme-Sünder-Bänkle“ sitzen und der Vorstand der „Lachenden Kuh“ hatte auf der Frontseite Platz genommen. Frank Müller schaute schon gierig auf den großen goldenen Rathausschlüssel, aber noch hielt den Bürgermeister Magenreuter noch fest umklammert. Erwin Rudhart, Maskenmeister der Narrenzunft, hatte den Text vorbereitet und wusch dem Bürgermeister und seinen Helfern deftig den Kopf. Mit einem Fasnetgedicht schlossen die Narren die Verhandlung: „Die Fasnet macht als Festanlass den Narren einen Heidenspaß! Wird da doch endlich mal die Welt humorvoll auf den Kopf gestellt. Der Narr, der sich sonst meist blamiert ergreift das Zepter und regiert. Sind scheinbar Falsche nun am Zug, der Ernst kommt wieder früh genug! Mit dem Beginn der Fastenzeit legt ab der Narr sein buntes Kleid. Der Alltag, zu oft grau und trist, nur dann auch zu ertragen ist, wenn bislang mancher Narr es wagt, das er die Wahrheit schelmisch sagt, dies geht uns in des Lebens Lauf oft leider viel zu selten auf.“ Dann aber wurde dem Bürgermeister der Schlüssel endgültig entrissen und Frank Müller, nun Herr des Hauses, lud die Anwesenden zum von der Verwaltung zu Umtrunk und Vesper ein.

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