Neuauflage des Familienführers

„Zauberer“ Willibald Hermann (links) und Kinder, die auf der Festwoche zu Besuch waren, spielten auf der Bühne des Bayerischen Rundfunks ein kurzes Theaterstück. Foto: Kampfrath

Die Broschüre hat Gewicht. 200 Seiten umfasst die Neuauflage des „Familienführers“. In dem Werk des Aktionskreises Familienfreundliches Kempten steckt jede Menge ehrenamtliche Arbeit, über 900 Angebote sind darin aufgelistet. Bei der Allgäuer Festwoche überreichten die Vorsitzende Claudia Dress und Dr. Renate Kinzer die Broschüre vergangene Woche an den Staatssekretär Dr. Gerd Müller und an den OB Dr. Ulrich Netzer (beide CSU). Müller versprach, die Broschüre in Berlin der Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen zu zeigen.

Mit den Worten „Menschen prägen das Gesicht unserer Stadt“ beginnt die Broschüre. Dieser Grundsatz zeigt sich schon an dem auffälligen Cover. Der Kemptener Rathausplatz ist darauf als Mosaik zu erkennen, Gesichter jeder Generation bilden die Puzzleteile. OB Netzer fand es schön, dass es „lachende Gesichter“ sind. Auch auf der Bühne des Bayerischen Rundfunks blies keiner Trübsal. Mitglieder des Theaterprojekts Kempten hatten zuvor Kinder auf der Festwoche zusammengetrommelt. Die Mädchen und Buben sollten nach einer kurzen Probezeit ihre Interpretation des Märchens „Dornröschen“ aufführen. Also gesellten sie sich neben die beiden CSU-Politiker, Claudia Dress, Dr. Renate Kinzer und der Moderatorin Bettina Arndt vom Bayerischen Rundfunk kostümiert auf die Bühne. „Unser Schloss ist zerstört, wir haben kein Zuhause mehr“, rief Willibald Hermann vom Theaterprojekt Kempten, der als Zauberer verkleidet war. Die Kinder schlossen sich seinem Wehklagen an. „Ach, da ist ja eine Stadt“, sagte der „Zauberer“ plötzlich – und meinte damit selbstverständlich Kempten. Nach der kurzen Theatervorstellung lobte Dr. Gerd Müller Claudia Dress und Dr. Renate Kinzer ausdrücklich für deren ehrenamtliches Engagement. Seit seiner Gründung im Jahr 2001 arbeitete der Aktionskreis Familienfreundliches Kempten am „Familienführer“, der ab sofort für eine Schutzgebühr von zwei Euro in der Gerberstraße 5 erhältlich ist. Trotz allen Lobes lief bei der Präsentation der Zweitauflage nicht alles nach Plan. Die kleinen und großen Darsteller des „Dornröschen“-Stücks mussten nach etwa zehn Minuten die Bühne wieder verlassen. „Das war eigentlich anders geplant“, sagte Claudia Dress gegenüber dem KREISBOTEN.

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