Neubau statt Sanierung

Fast exakt zwei Jahre nachdem der Ausschuss für öffentliche Ordnung einen „grundsätzlichen Erweiterungsbedarf” für das Gerätehaus der St.-Manger Feuerwehr festgestellt hat, machte das Gremium am vergangenen Mittwochabend den nächsten Schritt: Einstimmig sprachen sich die betroffenen Stadträte dafür aus, die Stadtverwaltung mit den Planungen für einen Neubau zu beauftragen. Dieser soll wie bereits berichtet in der Duracher Straße am St.-Manger Friedhof gebaut werden – wann, blieb allerdings offen. Zum einen müssen zunächst die notwendigen Mittel bereit gestellt werden. Zum anderen muss auf die Belastung des Hochbauamtes Rücksicht genommen werden.

Insgesamt drei mögliche Varianten hatte die Stadtverwaltung als Lösungsmöglichkeiten für die Probleme der St.-Manger ausgearbeitet, wie Stephan Rudolph, Leiter des Amts für Brand- und Katastrophenschutz, berichtete. Denn die Brandbekämpfer des Stadtteils haben in dem alten und sanierungsbedürftigen Gebäude in der Neudorfer Straße nicht nur zu wenig Platz. Wegen der engen Straßen dort kam es auch laufend zu Schwierigkeiten beim Ausrücken im Ernstfall. Darüber hinaus gab es in der Vergangenheit Probleme mit den Anwohnern wegen des Lärms. Zwei Vorschläge der Verwaltung sahen daher neben der Sanierung einen Anbau an das bestehende Gebäude vor. Zum einen an der Westseite, zum anderen eine „Turmlösung”, für die die Stadt etwa 1,4 Millionen Euro investieren müsste. „Aber die ist vom Nutzen her nicht zielführend”, so Rudolph. Bei einem Anbau wäre es außerdem noch zu weiteren der Sache abträglichen Begleiterscheinungen gekommen. Als Beispiele nannte Rudolph den hohen Flächenbedarf, der Bedarf an weiteren Parkplätzen, Beeinträchtigungen der Anwohner oder Konflikte mit dem Projekt „Soziale Stadt St.-Mang”. Außerdem biete der Anbau lediglich eine „Minimallösung”. Die Kosten für die Stadt Kempten bezifferte er in diesem Fall auf etwa 1,2 Millionen Euro. "Durchaus möglich" Da die Kosten für den als dritte Variante vorgesehenen Neubau bei geschätzten 1,3 Millionen Euro liegen, empfahl Rudolph den Stadträten einen Neubau des Gerätehauses in der Duracher Straße beim St.-Manger Friedhof. „Das wäre in diesem Bereich durchaus möglich”, so der Amtsleiter. Vor allem hätte dieser Plan den Vorteil, dass die Brandbekämpfer direkt über die Duracher Straße abrücken könnten. Nicht nur damit konnte Rudolph die anwesenden Stadträte überzeugen. Peter Wagenbrenner von der CSU wies beispielsweise auf den höheren Personalstand der Wehr hin. „Die Feuerwehr St.-Mang hat sich personell stark verstärkt”, betonte der Stadtrat. Von daher sei ein Neubau durchaus gerechtfertigt. Sein Fraktionskollege Johann Lederle verwies auf die Differenz bei den Investitionen: „Schon die Kostensituation spricht für den Neubau”, sagte er. Hohe Belastung Allzu große Hoffnungen auf einen baldigen Baubeginn dämpfte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) auf Anfrage von Dr. Domnik Spitzer (FDP) jedoch. „Wir wollen dem Wunsch der Feuerwehr zwar zeitnahe nachkommen”, so der Rathauschef. „Aber wir muten dem Hochbauamt derzeit sehr viel zu – wir müssen es also in den Arbeitstakt des Hochbaumamtes einordnen”, betonte er. Geklärt werden muss wohl auch noch die Frage der Finanzierung. Hans Henkel, Leiter des Hochbauamtes, kündigte einen „kleinen Planungswettbewerb” für den Neubau an. Eine Kopie des Sulzberger Feuerwehrhauses – wie von Dr. Spitzer angeregt – lehnte er allerdings ab.

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