Neue Bleibe für Senioren

In der Lenzfrieder Straße werden schon bald die Bagger anrollen: Wie bereits berichtet, planen die BSG Allgäu und die Arbeiterwohlfahrt (AWO) als Bauherr den Neubau eines Seniorenheims. In zwei Bauabschnitten soll das jetzige AWO-Seniorenheim durch einen rund zehn Millionen Euro schweren Neubau ersetzt werden. Gleich nach der Osterzeit werde der Abriss des Traktes für betreutes Wohnen erfolgen, erklärte Eberhard Gulde, hauptamtlicher Vorstandsvorsitzender der AWO Schwaben, vergangene Woche.

Mit dem Bau des hier entstehenden neuen Pflegetraktes soll Mitte Juni begonnen werden. Die zwischen 82 und 90 Jahre alten Bewohner der Wohneinheiten seien bereits in neu sanierte BSG-Wohnräume umgezogen, meinte BSG-Vorstand Mario Dalla Torre erleichtert darüber, dass sie sich sogar auf den Umzug „in die besseren Wohnungen“ gefreut hätten. Die bislang zwölf Einheiten für betreutes Wohnen sollen auf 20 Eigentums- und Mietwohnungen aufgestockt werden. Dazu werde erstmals zusammen mit der Stadt Kempten Raum für eine Senioren-WG entstehen, betonte Dalla Torre. Voraussichtlich im Spätherbst nächsten Jahres sollen die 80 Plätze des neuen Pflegeheimes bezugsfertig sein. Der direkt im Anschluss beginnende Bau des Zwischentraktes plus Wohntrakt mit Laubenganghaus als Schallschutz zum Schumacherring, soll laut BSG-Architekt Anton Haibel Ende 2011 fertig gestellt sein. Das Modell zeigt ein dreigeschossiges Gebäude als Pflegetrakt, von dem aus ein flacher Verbindungsbau zu den Verwaltungs- und Gemeinschaftsräumen führt. Ebenfalls mit direkter überdachter Verbindung angeschlossen ist der Trakt für betreutes Wohnen. Die 80 ausschließlich Einzelzimmer des neuen Pflegeheims mit viel Tageslicht würden alle mit Nasszellen ausgestattet, erklärte Haibel. Auch ein Trakt für die Bedürfnisse von Demenzpatienten sei berücksichtigt worden, die zudem einen eigenen, abgeschlossenen Bereich im Garten bekommen würden, „wo sie sich frei bewegen können“. Raum für Feste und ähnliches sei im Erdgeschoss vorgesehen. Als KfW 40-Energiesparhaus mit bester Wärmedämmung, Holzpelletsheizung und Solaranlage für Warmwasserbereitung, sei das Gebäude „völlig autark“ hinsichtlich Öl oder Gas. Ebner als Antreiber Als „treibende Kraft“ habe der ehemalige SPD-Stadtrat Hermann Ebner dafür gesorgt, dass das seit dem Jahr 2000 schlummernde Vorhaben nun endlich umgesetzt werde, freute sich Dalla Torre über den Projektstart. Klar sei, dass der alte Bau aus dem Jahr 1952 und der aus den 1970er Jahren stammende Anbau „den heutigen Ansprüchen nicht mehr genügt“, meinte Gulde. Da noch nicht absehbar gewesen sei, dass der Neubau umgesetzt werden könne, habe man zwar in den letzten acht Jahren noch rund eine Million Euro in technische Installationen, Bodenbeläge und anderes investiert. Aber durch die mit der Pflegeversicherung gestiegenen Anforderungen sei auch das nicht mehr ausreichend gewesen, schon gar nicht für „eine zukunftsträchtige Gestaltung“ des Hauses. Durch die Stadt Kempten würden laut ermitteltem Bedarf 37 der 80 Pflegeplätze mit insgesamt 850 000 Euro bezuschusst (der KREISBOTE berichtete). Bereits in vier Wochen sollen die Ausschreibungen beginnen, so Dalla Torre. Dabei sollen „überwiegend örtliche Unternehmen zum Zug kommen“.

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