OB Thomas Kiechle heißt neu eingebürgerte Kemptener willkommen

"Mut" und "Unvernunft"

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„Herzlich Willkommen“ hieß OB Thomas Kiechle neu eingebürgerte Kemptenerinnen und Kemptener im Rathaus.

Kempten – „Herzlich Willkommen“ hieß es diese Woche bei einer kleinen Feierstunde für rund 20 neue deutsche Staatsangehörige in Kempten, die der Einladung in die Schrannenhalle des Rathauses gefolgt waren. Ihre Herkunftsländer: Bosnien-Herzegowina, Georgien, Kolumbien, Kroatien, Polen, Schweden, Tschechische Republik, Türkei und Südkorea.

Es sei ein Bekenntnis zu „unserem Land“, seiner Kultur und Gesellschaft und sowohl mit Rechten, aber auch mit Pflichten verbunden, freute sich OB Thomas Kiechle in seiner Begrüßungsrede und nannte es eine so genannte „Win-Win-Situation“, denn Deutschland biete den Neubürgern „gute Lebenschancen“. „Sie wiederum bringen Ihre Mehrsprachigkeit und die Verschiedenheit Ihrer Kulturen“, Herz und Verstand ein. Neben Tipps zur leichteren Integration gab er den Gästen auch ein paar Eckdaten zur Stadt mit auf den Weg und ein kleines Willkommensgeschenk: einen Bildband über Kemptener Treppen – „ich war selbst erstaunt wie viele es davon in Kempten gibt“ – inklusive Gutschein für eine Stadtführung.

Integrationsbeauftragter Siegfried Oberdörfer entlockte einigen Anwesenden im Interview ihre Beweggründe für die Einbürgerung. Zum Beispiel Francesco Vergara, der aus Bogotá in Kolumbien stammt und erzählte, dass Deutschland in vielerlei Hinsicht schon immer eine „Anziehung“ auf ihn ausgeübt habe, so dass er 24jährig nach dem Studium zum ersten Mal in seinem Leben ein Flugzeug bestieg, um hierher zu kommen. „Man braucht etwas Mut, aber auch etwas Unvernunft“, um so etwas zu tun, schmunzelte er und betonte in den zehn Jahren, die er nun hier sei „nur gute Erfahrungen“ gemacht zu haben.

Oliver Begovic dagegen ist schon in Deutschland geboren. Seine Eltern seien vor 45 Jahren „getrennt“ aus Kroatien nach Deutschland gekommen, wo sie sich per Zeitungsanzeige kennen gelernt hätten. Dass Kempten für ihn Heimat bedeutet, wurde in seinen Ausführungen schnell klar. Ebenfalls aus Kroatien stammt Robert Konecki, der in Ulm geboren wurde und nach einer Reha in Hegge in den Allgäuer Werkstätten arbeitet.

Ein spontanes Bekenntnis lieferte die aus Südkorea stammende Horim Bailer, die der Liebe wegen Deutsche und Kemptenerin geworden ist. Ihren Mann hatte sie in Südkorea kennen – und lieben – gelernt, als dieser dort geschäftlich zu tun hatte. Es war eine lockere fröhliche Runde von heuer auffällig vielen jüngeren Neubürgern, die sich da in der Schrannenhalle eingefunden hatte und die Gelegenheit zum anschließenden Austausch rege nutzte. Musik gab es von Eugenie Krause am Knopfakkordeon und Hannes Natterer am E-Bass.

Von Christine Tröger

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