Neue Planungen zum umstrittenen Dietmannsrieder Baugebiet

Auf ein Neues Im Seegader

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In die Pläne zur Bebauung des grünen Hügels „Im Seegader Mitte“ kommt wieder Bewegung. Dabei setzt der neue Gemeinderat auf intensiven Dialog mit allen Beteiligten.

Dietmannsried – Die Emotionen kochten hoch bei den monatelang heftig umstrittenen Planungen zur Bebauung des Dietmannsrieder Baugebietes „Im Seegader Mitte II“. Anfang 2014, kurz vor der Bürgermeisterwahl (der langjährige Ratshauschef Hans-Peter Koch legte damals sein Amt nieder), wurde das Projekt auf Initiative des damaligen Gemeinderatsmitgliedes und jetzigen Bürgermeisters Werner Endres (FW) völlig überraschend auf Eis gelegt. Jetzt, zwei Jahre später, steht das Thema erneut auf der Agenda. Dabei setzt Werner Endres auf intensiven Dialog mit allen Beteiligten.

Die geplante Bebauung des weitläufigen grünen Hügels im Nordwesten der Marktgemeinde war bereits seit 2012 ein Thema, das für viele Turbulenzen und Unmut in einigen Teilen der Bevölkerung gesorgt hatte (der Kreisbote berichtete mehrfach). Dabei stand nicht die Bebauung an sich im Kreuzfeuer, sondern deren Art und Weise.

Zur Vorgeschichte: Das Grundstück war der Marktgemeinde im Jahr 1996 von den letzten Mitgliedern der Familie Roth vermacht worden. Im Jahr 2003 wurde der ehemalige Bauernhof aus dem Jahr 1887 aufgrund von Baufälligkeit abgerissen. In der unmittelbaren Umgebung entstand eine Siedlung mit Einfamilien- und Doppelhäusern. Übrig blieb eine 25 000 Quadratmeter große Wiese mit 29, teils alten Bäumen. Im Jahr 2012 plante der Gemeinderat auf der Hügelkuppe zunächst den Bau eines Elffamilienhauses. Dies wurde aufgrund zahlreicher Einwände wieder verworfen. Doch auch die folgende Planung, die eine Bebauung eines 1,7 Hektar großen Teilareals mit 15 Häusern sowie umfangreiche Maßnahmen auf der angrenzenden gemeindlichen Ausgleichsfläche (auf der 10.000 Quadratmeter großen Wiese sollte zur Aushagerung und somit naturschutzrechtlichen Aufwertung die Humusschicht flächendeckend auf eine Tiefe von 20-30 Zentimeter abgetragen und abtransportiert werden) sorgten für teils sehr emotional geführte Diskussionen. Eine in von Anwohnern in die Wege geleitete Petition, die eine reduzierte Bebauung zugunsten eines Erhalts der Grünfläche und deren Erholungsfunktion sowie ein angepasstes Verkehrskonzept forderte und 151 Unterschriften erhielt, blieb folgenlos. Trotz anhaltender Konflikte und mehrerer Versuche aus verschiedenen Lagern, zu einer Kompromisslösung zu kommen, hielt der Gemeinderat mehrheitlich an den gefassten Plänen fest. Letztlich wurde das Projekt am 30. Januar 2014 in buchstäblich letzter Minute gekippt – in genau derjenigen Gemeinderatssitzung, in der eigentlich der Satzungsbeschluss hätte gefasst werden sollen, womit der Umsetzung der Pläne nichts mehr im Wege gestanden hätte – und bis zur folgenden, jetzigen Legislaturperiode auf Eis gelegt. Jene ist schon fast in ihrer Halbzeit angekommen. Nun steht die Bebauung des Seegaders wieder auf dem Plan.

In der jüngsten Sitzung des Marktgemeinderates bekräftigte Bürgermeister Werner Endres mehrfach, er setzte dabei auf intensiven Dialog. Die damaligen Einwendungen, Eingaben und unterschiedlichen Sichtweisen sollten nochmals aufgearbeitet und in ein neues Konzept eingearbeitet werden. Er habe inzwischen zahlreiche Gespräche mit Anwohnern, Antragstellern, Einwendern und Fachbehörden geführt, um einen Planungshorizont für die weitere Planung zu erhalten, so Endres weiter. Zudem sei im Mai 2016 ein neues Baumschutzgutachten erstellt worden. Dies habe ergeben, dass die Bäume in gutem Zustand seien und ihnen eine Lebenserwartung von mindestens weiteren 20-25 Jahren prognostiziert. Er präsentierte eine neue, „nur grob entworfene Planzeichung, die lediglich als Diskussionsgrundlage“ dienen solle, wie er betonte. Diese sieht zirka 8400 qm Bauplatzfläche (mit rund 13 Bauplätzen, inklusive einer Erweiterung um voraussichtlich zwei Bauplätze westlich des Fußweges zum Wohngebiet Im Knobele) vor. Das Ausgleichsflächenkonzept müsse neu überarbeitet werden, ebenso die Fußwegführung. In Kürze werde bezüglich des gesamten Themenkomplexes ein öffentlicher Informations- und Diskussionsabend stattfinden. „Ich glaube, dass wir dann zu einem guten Kompromissvorschlag kommen können.“ Eine Erschließungsumsetzung stellte Endres für 2018/19 in den Raum. „Da haben wir noch viel Zeit für Gespräche und Planungen. Ich hoffe, wir schaffen damit ein gutes Ergebnis.“

Sabine Stodal

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