Größer, freundlicher, zentrumsnah

Jobcenter umgezogen

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Klein aber fein sind die Einzelbüros im neuen Jobcenter, die (v.li.) Peter Litzka, Leiter Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen, und OB Thomas Kiechle mit dem stellvertretenden Geschäftsführer des Jobcenters, Georg Heckelsmüller, besichtigten.

Kempten – Zehn Jahre lang hatte das Jobcenter im Sozialen Rathaus in der Gerberstraße seine Heimat und ist dort „aus allen Nähten geplatzt“, wie OB Thomas Kiechle meinte. Zusammen mit dem Leiter der Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen, Peter Litzka, und Georg Heckelsmüller, stellvertretender Geschäftsführer Jobcenter Kempten, besichtigte er diese Tage die neuen Räume in der Keselstraße 14a.

Die Freude über die neuen Räumlichkeiten stand Heckelsmüller ins Gesicht geschrieben. „Jetzt hat fast jeder Mitarbeiter ein Einzelzimmer“ mit durchschnittlich zwölf Quadratmetern – zwar „kein Tanzsaal, aber es reicht“. Die Sozialbau als Vermieter habe „alles umgesetzt, was wir brauchen“. Hell und freundlich ist die Umgebung, in der die Besucher des Jobcenters künftig empfangen werden. Im Erdgeschoss sind Teile des historischen Mauerwerks eingearbeitet, dafür bieten die beiden oberen Geschosse faszinierende Ausblicke auf die Iller und das Kraftwerk an der Keselstraße. Was mancher als „Beiwerk“ abtun mag, schafft immerhin eine angenehme Atmosphäre für die, so Kiechle, „sehr herausfordernde Arbeit“ der Beschäftigten. 44 Mitarbeiter des von Stadt und Agentur für Arbeit gemeinsam betriebenen Jobcenters haben vor rund zwei Wochen einen kompletten Flügel des Gebäudes bezogen und zweieinhalb Stockwerke im Sozialen Rathaus geräumt. Platz, über den Kiechle froh ist, da man dort „mehr Aufgaben bekommen“ habe, zum Beispiel mit dem neuen Amt für Integration. Nicht nur beim Thema Flüchtlinge würden sich „bedeutende Schnittstellen“ zwischen „klassischen Aufgaben“ der Stadt mit denen des Jobcenters ergeben, zum Beispiel wenn diese mit ihrer Anerkennung vom Asylbewerberleistungsgesetz ins AG II wechseln würden. Wie Litzka betonte, gehe es bei der von Kiechle formulierten „gemeinsamen Verantwortung“ nicht nur um Geld, sondern ebenso um „Betreuung und Beratung“. Es reiche eben nicht „nur Essen und Wohnen sicher zu stellen“. Auch die Integration in die Arbeit sei für Deutsche wie für Migranten von Bedeutung.

Arbeitskräfte anhaltend gefragt

Etwas über 1500 Arbeitslose sind laut Litzka aktuell in Kempten gemeldet, rund 48 Prozent davon im Jobcenter, bei anhaltend guter Nachfrage nach Arbeitskräften. Von insgesamt 1300 Menschen – „vom Säugling bis kurz vor Renteneintritt“ – die in Kempten von der Grundsicherung leben, werden nach Angaben Litzkas 841 Arbeitslose vom Jobcenter betreut. Laut Stand März 2016 gab es 1770 Bedarfsgemeinschaften mit insgesamt mehr als 3200 Menschen. Wichtig war ihm, dass es „nicht immer die Gleichen“ seien, die Hartz IV beziehen würden, sondern dass hier ein reger Wechsel stattfinde. Heckelsmüller sieht den Auftrag des Jobcenters klar darin, zu helfen, dass die Arbeitslosigkeit auf dem ersten Arbeitsmarkt beendet wird. Dafür sei man auch ständig in Kontakt mit verschiedenen Ämtern, der Agentur für Arbeit, Sozialverbänden und auch Bildungsträgern. Als besondere Herzensangelegenheiten nannte er Alleinerziehende sowie Langzeitarbeitslose (derzeit in Kempten 294).

Koop eration von Stadt und Agentur

Die Belegschaft des Jobcenters teilen sich Stadt und Agentur jeweils zur Hälfte. Dabei verteilen sich je 16 Mitarbeiter allein auf die „zwei Großen Bereiche“, Arbeitsvermittlung und Leistungsbereich. Letzterer werde, so Heckelsmüller, oft „stiefmütterlich behandelt“, sei aber für die Betroffenen zumindest primär wichtiger, als die Vermittlung.

Christine Tröger

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