Neue Regelung gegen den Ansturm

Um künftig am Aufnahmetag keine campierenden Eltern mehr vor der städtischen Realschule zu haben, schlug die Schulleiterin im Schulausschuss ein neues Verfahren vor. Foto: Matz

Mit einem möglichen neuen Aufnahmeverfahren an der Städtischen Realschule beschäftigten sich die Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses vergangenen Donnerstag. Nötig ist eine Änderung des Verfahrens aufgrund des großen Andrangs bei der Anmeldung heuer. Etwa 140 Eltern wollten Schulreferent Benedikt Mayer zufolge ihre Kinder für die 64 Plätze anmelden. Dafür hätten einige sogar die Nacht vor der Schule campiert. Nun hat sich die Schule um die neue Schulleiterin Susanne Zinth Gedanken gemacht, wie die Anmeldung künftig geregelt werden könnte.

Bisher, so Mayer, sei es in der Städtischen Realschule so gewesen, dass die Reihenfolge der Anmeldung berücksichtigt wurde. Aus rechtlicher Sicht dürfe die Stadt als Schulträger die Kriterien für eine Aufnahme festlegen. Zulässig seien der Schulweg, was in Kempten allerdings zu keinem vernünftigen Ergebnis führen würde, da die Standorte alle nah seien. Außerdem können pädagogische Gründe wie Geschwister an der Schule oder andere anerkannte Gesichtspunkte berücksichtigt werden, erläuterte Mayer. Schulleiterin Zinth hat sich jetzt mit einem Team Gedanken gemacht, wie das Anmeldeverfahren künftig aussehen könnte. Sie schlug vor, dass künftig am Tag der offenen Tür der Schule ein Voranmeldeblatt verteilt werde (kann auch in der Schule abgeholt werden) auf dem die Eltern Gründe für die Aufnahme ihres Kindes angeben können, so Zinth. Priorität hätten dann Geschwisterkinder. Als zweiten Punkt führte Zinth eine bestimme Fächerkombination an, die es nur an dieser Schule gibt. Des weiteren könnte eine verbindliche Anmeldung für die Ganztagsschule ausschlaggebend sein. Als schwächstes Auswahlkriterium könnten noch soziale Gründe, wie zum Beispiel Lernschwächen eines Kindes, einfließen. Künftig Losverfahren Die übrigen Plätze werden aus den anderen Anmeldungen dann per Losverfahren bestimmt. Der Anmeldeschluss wird vor den der anderen Realschulen gelegt, damit die Eltern ihr Kind noch an einer anderen Schule anmelden können, falls es an der Städtischen Realschule nicht aufgenommen werden kann. Durch die in Kriterien gestufte Voranmeldung könne eine Auswahl getroffen werden, so OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). Die Eltern können zudem rechtzeitig informiert werden, ob ihr Kind genommen wird oder nicht. Schulreferent Mayer erläuterte, dass der Anmeldeschluss mindestens eine Woche vor dem der anderen Schulen sein sollte. Das Losverfahren sollte dann gleich im Anschluss sein, damit die Eltern rechtzeitig verständigt werden können. Er versicherte jedoch, dass in Kempten jedes Kind, das auf eine Realschule will, auch einen Platz bekomme. Nur halt nicht unbedingt auf der bevorzugten Schule. Lob von der CSU CSU-Stadträtin Claudia Dress befand die Idee für gut. „Da ist eine klare Linie erkennbar und die Eltern haben Planungssicherheit“, lobte sie. Parteikollege Thomas Kiechle sah die Auswahlkriterien ebenfalls als richtig an. Den Zeitpunkt des Endpunktes der Anmeldung sollte seiner Ansicht nach mit den anderen Realschulen abgesprochen werden. „Die Los-Lösung ist zwar das gerechteste Mittel, aber keine gute Lösung“, meinte er. Stadträtin Erna-Kathrein Groll (Grüne/FL) war mit der Überlegung ebenfalls zufrieden. Carolin Brög (Grüne/FL) regte jedoch an, dass auch die andere Seite betrachtet werden sollte. „Vielleicht gibt es ja auch die Möglichkeit eine zusätzliche Klasse einzurichten“, schlug sie vor. Netzer und Mayer erläuterten daraufhin den hohen finanziellen Aufwand, das eine zusätzliche Klasse für die Stadt mit sich brächte. „Es darf nicht wieder vorkommen, dass die Eltern vor der Schule wie Teenies für ein Konzert anstehen“, meinte Alexander Hold (FW). Er befand den Fragebogen mit den Kriterien als sehr komplex und vor einer endgültigen Entscheidung die sachliche Überprüfbarkeit der Kriterien gewährleistet haben. Die Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses stimmten abschließend geschlossen für folgenden Beschlussvorschlag: Die Eltern erhalten beim Tag der offenen Tür ein Anmeldeblatt, oder können es sich in der Schule abholen, worauf Gründe für die Aufnahme an der Schule angegeben werden können. Aus den Voranmeldungen wird vor dem eigentlichen Anmeldeschluss eine Auswahl getroffen. Geschwisterkinder werden dabei bevorzugt. Danach folgen besondere Gründe. Die und deren Nachprüfbarkeit muss definiert werden. Aus allen anderen Anmeldungen werden die Schüler per Losverfahren bestimmt. Mindestens eine Woche vor dem Anmeldeschluss der anderen Realschulen sollten die Eltern informiert werden. Zur Ausarbeitung des Vorschlages werden jetzt der Elternbeirat und der Schulrat beteitigt.

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