Neue Überlegungen zum Tiefgaragenbau der Sparkasse am Stadtpark – OB: "Gute Lösung gefunden"

Die Kastanien können erhalten bleiben

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So stellt sich die aktuelle Planungssituation dar.

Kempten – Aufatmen bei allen, denen die alten Kastanien im Stadtpark am Herzen liegen. In einer Pressekonferenz am Freitagvormittag stellten OB Thomas Kiechle und Manfred Hegedüs, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Allgäu, neue Überlegungen zum Tiefgaragenbau der Sparkasse am Stadtpark vor, bei denen der Erhalt der Bäume entlang des Friedensplatzes möglich ist.

Die Neugestaltung des Stadtparks und der Neubau der Sparkassen-Hauptniederlassung – zwei Themen, die sich anfangs nicht im Wege standen. Seit jedoch vor wenigen Monaten ein möglicher Zusammenhang mit der bestehenden Sparkassen-Tiefgarage sichtbar wurde, entwickelte sich eine gewisse Brisanz. Wie mehrfach berichtet, hatte sich im Frühjahr herausgestellt, dass, entgegen der Aussagen eines früheren Gutachtens, die bestehende Tiefgarage solch massive Schäden aufweist, dass ein Neubau mit mehr Stellplätzen der wirtschaftlich sinnvollere Weg ist. Als sich herauskristallisierte, dass dafür wohl die Baumreihe mit sechs teilweise über 120 Jahre alten Kastanien entlang des Friedensplatzes weichen müssten, regte sich viel Widerstand in der Bevölkerung und auch bei einigen Stadträten (wir berichteten). „Das hat auch mich stark bewogen“, sagte OB Kiechle am Freitag. „Prächtige Bäume zur Disposition zu stellen, das tut auch mir in der Seele weh. Andererseits sehe ich, dass es gerade für den nördlichen Bereich der Innenstadt von existenzieller Bedeutung ist, Entwicklungsmöglichkeiten zu erkennen und zu nutzen.“ In den vergangenen Tagen hätten daher viele Überlegungen stattgefunden, wie es zu schaffen ist, beides zu verbinden – den Mehrwert an Stellplätzen und den Erhalt der Bäume in Einklang zu bringen. Als Ergebnis konnten er und Hegedüs einen „guten Kompromiss“ präsentierten, der neue Entwicklungsmöglichkeiten eröffnet und dem Stadtpark alle Chancen gibt, die Wünsche der Bürger umzusetzen.

Vorgesehen ist nun eine maßvolle Erweiterung der jetzigen Tiefgarage von derzeit 80 auf rund 145 Stellplätze. Durch die Anordnung einer „Tasche“ (im Plan ‚53 Stellplätze‘) lässt sich ein großer Eingriff in die bestehende Baumreihe entlang des Friedensplatzes vermeiden. Betroffen von der Baumaßnahme wären Kiechle zufolge nur noch zwei Kastanien, von denen eine laut Aussage der städtischen Baumexperten so brüchig sei, dass ihre Krone bereits vor zwei Jahren um drei Meter zurückgenommen werden musste und eine Fällung aus Sicherheitsgründen innerhalb der nächsten fünf Jahre unumgänglich ist, die zweite Kastanie wurde vor etwa 30 Jahren nachgepflanzt.

„Ich bin froh, dass wir diese Lösung gefunden haben“, so der OB. Dies sei eine gute Grundlage für den nun zu startenden Wettbewerb, in dem die Wünsche und Anregungen zur Gestaltung des Stadtparks aus der Bürgerbeteiligung Eckpfeiler sind. „So können wir der nördlichen Innenstadt einen Schub geben und ein Gegengewicht zum starken Süden schaffen“, so Kiechle.

„Keinesfalls wollten wir uns mit dem Neubau der Tiefgarage gegen den Wunsch der Bürgerinnen und Bürger zur Gestaltung des Stadtparks richten“, betonte Hegedüs. Nun sei eine gute Lösung auch für die Sparkasse gefunden worden. Die Ein- und Ausfahrt der Tiefgarage verbleibt bei den neuen Planungen an der selben Stelle wie jetzt, allerdings wird sie neu gebaut und die Kurve entschärft. Der Zugang zur Tiefgarage wird im Sparkassen-Neubau untergebracht. Zum Zeitplan meinte Hegedüs: „Wenn alles glatt läuft, wollen wir nach der Festwoche 2017 die alte Tiefgarage abbrechen, die Grube öffnen und zur Festwoche 2018 fertig sein.“ Die Kosten seien derzeit noch nicht bezifferbar.

Die Stellplätze in der Tiefgarage sollen übrigens öffentlich sein. Die Sparkassen-Mitarbeiter hätten bereits jetzt Parkplätze in der Stadt verteilt und dabei soll es bleiben. Auf der neuen Tiefgarage können dann mittelgroße Bäume angepflanzt werden.

Einen hohen städtebaulichen und wirtschaftlichen Mehrwert sieht Kiechle auch im Zusammenhang mit Überlegungen der Sparkasse, künftig im Bereich des „Sparkassenhauses“ an der Königstraße ein neues Quartier zu errichten mit Einzelhandel, Büros, Praxen und Wohnungen. Unter diesem Gebäude könnten dann weitere 78 Tiefgaragenplätze entstehen (im Plan ‚78 Stellplätze‘), die mit den anderen rund 145 verbunden werden. „Wenn der Neubau fertig ist, werden wir hierfür konkret in die Planungen gehen“, blickte Hegedüs voraus.

Über die neuen Planungen wird der OB nun die Fraktionen informieren, sodass am Plan, dass der Bauausschuss im November eine Empfehlung an den Stadtrat aussprechen soll, festgehalten werden kann. Der Stadtrat wird dann, ebenfalls im November, die endgültige Entscheidung treffen.

Melanie Weidle

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