Auf dem Weg zu neuen Aufgaben

Dekan Matthäus Karrer am Hochaltar der Georgskirche, dem barocken Schmuckstück neben dem ehemaligen Kloster, dem heutigen Schloss Foto: Schubert

Matthäus Karrer wird künftig als Domkapitular tätig sein. Seine Berufung auf diesen Posten hat den bisherigen Dekan des Dekanats Allgäu-Oberschwaben und Pfarrer in Isny auf der einen Seite sehr gefreut, gleichzeitig ist ihm aber die Arbeit im Dekanat auch ans Herz gewachsen. So ist es nun mal, wenn man sich durch politisches Geschick und sonstige Qualitäten auszeichnet. Die Vorgesetzten werden aufmerksam und übertragen demjenigen gerne Aufgaben in größerer Verantwortung.

Jetzt hat Matthäus Karrer genau diese Situation erlebt und wird am 15. November das Dekanat Allgäu-Oberschwaben vor dem Ende seiner Amtszeit verlassen. Gemeinsam mit dem KREISBOTEN wirft der 43-Jährige einen Blick zurück. Geboren ist Karrer am 2. August 1968 in Deuchelried. Später hat er in Wangen das Gymnasium besucht und bekam dort schon im Alter von etwa 14 Jahren durch Weihbischof Franz-Josef Kuhnle die Richtung zur theologischen Tätigkeit. Weihbischof Kuhnle hatte in Deuchelried in einer Karwoche ausgeholfen. Matthäus Karrer, der damals Ministrant war, beeindruckte vor allem Kuhnles offene jugendliche Art, die er trotz seines Alters hatte. Sport als Ausgleich In den Abschlussjahren vor dem Abitur verfestigte sich bei Karrer der Wunsch nach der Ausübung des Priesteramtes. So folgte auf das Abitur ein Theologiestudium in Tübingen. Dort ist er schließlich auch ins Priesterseminar eingetreten. In offener Art und Weise diskutieren und studieren war nun der Mittelpunkt seines Werdegangs. Es folgten zwei Semester in München und hier hatte er auch reichlich Gelegenheit, sein Hobby, den Sport, auszuleben. Wintersport in jeder Disziplin, Mountainbiken und Bergwandern sorgen noch heute für den inneren Ausgleich. Anschließend entschied sich Karrer für das Rottenburger Priesterseminar: 1993 Pastoralkurs, 1994 in Stuttgart die Weihe zum Diakon und ein Jahr in Kornwestheim. „Das war für einen Allgäuer eine gute Erfahrung“, sagt der Dekan heute. 1995 wurde er zum Priester geweiht und es folgte die Zeit als Vikar. Zwei Jahre war Karrer in Herrenberg und zwei Jahre in Ulm-Söflingen, wobei er im zweiten Jahr, nach dem Weggang des Pfarrers, schon vor der zweiten Dienstprüfung in die Praxis hinein wuchs. Da ihn die Jugendarbeit schon immer interessierte, kam er auf eine Stelle als Jugendpfarrer in Ravensburg. Zusätzliche Ausbildung in Kinder- und Jugendpsychologie mit entsprechender Qualifikation für die Kinder- und Jugendpastorale rundeten die Ausbildung ab. Jetzt gab es auch erste Kontakte nach Isny. Dekan Brechenmacher ging 2001 weg und Roman Betz war als neuer Pfarrer in Isny vorgesehen. Sein plötzlicher Tod am Tage seines Umzugs nach Isny war ein Schock für viele. Das ergab eine Notlage in Isny. Jetzt wurde es konkreter. Es folgten erste Gespräche und Karrers Bewerbung. Als sich Fürst Paul von Quadt als Vorsitzender des Kirchenpatronats ebenfalls dafür aussprach, fiel die Entscheidung: Im September 2002 trat Karrer seinen Dienst in Isny an und hatte fortan große Projekte zu bewältigen. Die Annährung der Kirchengemeinden St. Maria und St. Georg wurde voran getrieben. Nach dem Ruhestand von Pfarrer Konrad Prinz in Beuren entstand die Seelsorgeeinheit Isny. „Das Damoklesschwert einer nicht verarbeiteten Gemeindereform machten die Entwicklung auch nicht leichter“, erinnert sich Karrer. 2008 entstand das Dekanat Allgäu-Oberschwaben aus den Dekanaten Ravensburg, Bad Waldsee, Wangen und Leutkirch. In diesen Posten wurde Matthäus Karrer gewählt und hat bis zum heutigen Tage diese Tätigkeit ausgeübt. Auch hier gelang ihm der Zusammenschluss ohne besondere Probleme. Jetzt hat Bischof Fürst seine Amtszeit drastisch verkürzt und ihn abberufen. Als Domkapitular wird Karrer ab Mitte November als Hauptabteilungsleiter pastorale Konzepte weiter entwickeln. Ebenso wird er als Berater des Bischofs fungieren, Statistiken bearbeiten und die Fort- und Weiterbildung am Institut mit beeinflussen. Am 14. und 15. Oktober wird Karrer in Isny verabschiedet. In Erinnerung wird er den Isnyern mit Sicherheit bleiben.

Meistgelesene Artikel

Ausblick und Austausch

Kempten – Knapp 200 Repräsentanten der verschiedenen Bereiche des Lebens in Kempten versammelten sich am Dienstagabend in der Schrannenhalle des …
Ausblick und Austausch

Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kempten – Am Donnerstagnachmittag vergangener Woche eskalierte ein Streit zwischen einem Pärchen, in dessen Verlauf der Mann offenbar versuchte seine …
Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Schnell eingliedern mit "LASSE"

Kempten – Christian Kühn ist ein ganz normaler Mann. Täglich pendelt der 33 Jahre alte Familienvater von Füssen nach Kempten zur Arbeit. In der …
Schnell eingliedern mit "LASSE"

Kommentare