Siegerentwurf für die Entwicklung des Wohngebiets Halde-Nord vorgestellt

"Es bleibt eine hohe Flexibilität"

+
Die geplante Wohnbau-Entwicklung der Halde-Nord ist derzeit in Modell und Plan im Foyer des Rathauses ausgestellt.

Kempten – „Das ist eine gute Grundlage für weitere Überlegungen und Planungen“, meinte Baureferentin Monika Beltinger am Dienstagnachmittag, als sie im Bauausschuss den Gewinner-Ent- wurf des landschaftsplanerischen Wettbewerbs „Wohnen in Halde-Nord“ präsen- tierte.

Die Stadträte zeigten sich von der Planung ebenfalls begeistert. Wie Beltinger zu Beginn in Erinnerung rief, war die Vorgabe für die Wettbewerbsteilnehmer für die Halde-Nord ein möglichst qualitativ hochwertiges Wohngebiet mit rund 500 Wohneinheiten zu planen. Es sollte ein erster Bauabschnitt möglich sein (Bau von Einfamilienhäusern), für den erst einmal keine großen Erschließungen nötig sind. Die Haupterschließung des neuen Wohngebiets soll über die Memminger Straße (Dachser-Kreisel) erfolgen, Anbindungen an die bestehende Halde und eventuell auch an die Heiligkreuzer Straße ermöglicht werden. 

13 von 20 Wettbewerbsteilnehmern haben Arbeiten ab-gegeben, die eine Jury, bestehend aus OB Dr. Ulrich Netzer (CSU), Vertretern der Fraktionen und der Verwaltung sowie externen Beratern, bewertete. Gewonnen hat der Entwurf der Bewerbergemeinschaft FMWR Architekten mit dem Landschaftsbüro tautorat aus Mittelfranken. „Diese Arbeit setzt sich intensiv mit der bestehenden Topografie im Gebiet auseinander“, erläuterte Beltinger. Vorgesehen ist eine netzartige Zellenstruktur auf dem Haldehügel. Wabenartige Baufel- der ermöglichen logisch aufeinander abgestimmte Bauabschnitte. 

„Es gelingt, verschie- dene Wohnformen zu mischen“, so die Baureferentin weiter. So sind im ganzen Gebiet Einzelhäuser, zweigeschossige Reihenhäuser mit Satteldach und auch zwei- bis dreigeschossige Mehrfamilien- häuser geplant. Eine aufgelockerte Bebauung führt in den Landschaftsraum über. 

Abgewinkelte Straßen 

Das bestehende Halde-Gebiet und das neue Baugebiet werden durch kurze, abgewinkelte Erschließungsstraßen verbunden. Die kurzen Straßenabschnitte schaffen laut Beltinger so auf natürliche Weise verkehrsberuhigte Bereiche. Mit einer Landschaftsbrücke, Böschungseinschnitten und baulichem Lärmschutz werden die Lärmschutzgrenzen mehrheitlich eingehalten. An einzelnen Stellen muss noch eine individuelle Lösung gefunden werden. 

In einem ersten Bauabschnitt könnte ein kleines Quartier mit rund 50 Wohneinheiten entstehen, das über die bestehende Halde zugänglich ist und somit erst einmal keine neue Erschließung notwendig wäre. „Der erste Preis geht hervorragend auf die Topografie ein und wir können auf mögliche Veränderungen reagieren“, meinte OB Netzer. Es bleibe eine hohe Flexibilität für die Art und Weise der Bebauung und der Erschließung. „Und der Vorteil ist, wir können bedarfsgerecht reagieren.“ Ähnlich sah es auch Theo Dodel-Hefele von den Grünen: „Es ist wichtig, dass wir die Möglichkeit haben, aber wir müssen es nicht mit der Brechstange nutzen.“

 Begeistert von dem Siegerentwurf war SPD-Stadtrat Siegfried Oberdörfer: „Ich glaube, der erste Preis ermöglicht genau das, was wir brauchen – Einfamilien- und Reihenhäuser.“ Obwohl er vergangenes Jahr gegen die Auslobung des Wettbewerbs gestimmt hatte, musste Hans Mangold von den Grünen am Dienstag zugeben, „dass die Planung sehr qualitätsvoll ist“. FDP-Mann Bruno Steinmetz plädierte dafür, dass die Querverbindung zur Heiligkreuzer Straße im Endzustand auf jeden Fall da sein muss. 

Die Verwaltung wird mit den Gewinnern nun Gespräche zum weiteren Vorgehen und zur Erstellung eines Rahmenplans aufnehmen, der dem neuen Stadtrat vorgelegt wird. Die Gremien des neuen Stadtrats sollen dann über den Rahmenplan, die künftige Er- schließung und den Geltungsbereich des Bebauungsplans für den ersten Bauabschnitt entscheiden.

Melanie Läufle

Meistgelesene Artikel

Stadtgeschichte: Die letzte Hinrichtung in Kempten

Kempten – Am Freitag, 20. Januar 1928, um 8 Uhr morgens, fand im Hofe des Landgerichtsgefängnisses in der Weiherstraße die letzte Hinrichtung in …
Stadtgeschichte: Die letzte Hinrichtung in Kempten

Schnell eingliedern mit "LASSE"

Kempten – Christian Kühn ist ein ganz normaler Mann. Täglich pendelt der 33 Jahre alte Familienvater von Füssen nach Kempten zur Arbeit. In der …
Schnell eingliedern mit "LASSE"

Neues Wettbewerbsgebiet für Stadtparkgestaltung

Kempten – „Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt“ lautet eine Redensart, die sich nun bei der Auslobung für den Wettbewerb zur …
Neues Wettbewerbsgebiet für Stadtparkgestaltung

Kommentare