Mit "Iller erleben" durch Kemptens Industriezeitalter

Neuer Vorstoß der Altstadtfreunde

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Die Altstadtfreunde haben große Pläne im Rahmen von „Iller erleben“, die Vorsitzender Dietmar Markmiller (li.) und Dieter Schade erläuterten.

Kempten – Kaum schickt der Frühling seine ersten Boten, rücken die Altstadtfreunde das 2011 von ihnen initiierte Projekt „Iller erleben“ wieder in den Fokus der Öffentlichkeit. Sie haben die stade Zeit genutzt. Entstanden ist ein ganzheitliches Konzept rund um die König-Ludwig-Brücke. Es soll sowohl dieses Denkmal herausragender Ingenieursbaukunst nach ihrer Sanierung erlebbar machen, als auch die entlang der Iller reichlich vorhandenen Zeugnisse des prosperierenden Industriezeitalters, das Kempten im 19. Jahrhundert geprägt hat.

Dabei geht es den Altstadtfreuden nicht nur um die Pflege der Erinnerungskultur, sondern auch darum zu zeigen, „was aus den historischen Objekten inzwischen geworden ist“, erklärt Altstadtfreunde-Vorsitzender Dietmar Markmiller auf Nachfrage des Kreisbote beim Orts- termin. Mit von der Partie ist auch Vereinsmitglied Dieter Schade, Baudirektor a.D., dessen Kompetenz maßgeblich in die Vorstellungen zur Weiterentwicklung des Stadt- und Flussraumes an der Iller eingeflossen ist. Das Industriezeitalter, so Schade, habe im 19. Jahrhundert gerade durch den Wohlstand der Unternehmen wesentlich dazu beigetragen, dass „Kempten damals zum Zentrum des Allgäus wurde“, unter anderem aber auch dadurch, dass viele Menschen wegen der Arbeitsplätze zugezogen seien.

Für die Altstadtfreunde jedenfalls ist es an der Zeit mit „Iller erleben“ die nächsten Schritte zu tun und durch sie auch die in den strategischen Zielen 2020 der Stadt neu formulierten Punkte, Förderung des Tourismus und der Kultur, zu unterstreichen.

Kernpunkt des von Schade und Markmiller vorgebrachten Konzepts ist ein mit beschilderten Infopunkten bestückter Rundwanderweg, der beide Seiten des Iller- ufers einschließt, und, so die Vision der Altstadtfreunde, mit einem Besucher- und Dokumentationszentrum gekrönt werden könnte, das Erläuterungen zum ausgewiesenen Landschaftsschutzgebiet und dergleichen liefert. Bebilderte Schilder an Aussichtspunkten entlang des Weges sollen dagegen eher Orientierung und Hintergrundwissen zu den dort liegenden Industriedenkmälern geben. Einen geeigneten Aussichtspunkt haben die beiden Altstadtfreunde an dem vorhandenen Uferstreifen unterhalb der Brücken am Westufer ausgemacht, von wo aus der Blick über die König-Ludwig-Brücke – beziehungsweise über drei Brücken – sowie das kleine alte Kraftwerk am gegenüberliegenden Ostufer schweifen kann. Zumindest nachdem die entsprechenden Sichtachsen im wuchernden Gestrüpp frei gelegt sind, was, wie Markmiller betont, „kein Kahlschlag“ sein und laut Schade „im Einklang mit dem Naturschutz“ erfolgen soll. Eine zweite Aussichtsplattform könnte nach ihren Vorstellungen direkt gegenüber auf der östlichen Seite des Illerufers entstehen, mit Zugangsmöglichkeit vom König-Ludwig-Denkmal aus. Mit „Wasserbausteinen“ würden sich auch die Kosten für die Befestigung solch einer Aussichtsplattform in Grenzen halten, ist sich der Fachmann Schade sicher. Apropos Befestigung. Da wünschen sich die Altstadtfreunde in jedem Fall auch eine Verbesserung für den gesamten Weg, so dass auch Rollifahrer & Co. teilhaben können.

Und dann ist da noch die Vision von kleinen Booten, mit denen man auf der oberhalb des Wehrs gestauten Iller unter den Brücken durchfahren kann... Details dazu werden geprüft.

Christine Tröger

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