Neues Freudenhaus im Gewerbegebiet?

Für die Einrichtung eines Bordells im Gewerbegebiet liegt der Bauverwaltung eine Bauvoranfrage vor. Foto: Matz

Neuer Anlauf der IPS Grundbesitz GmbH: Nachdem der Bauausschuss im November die Einrichtung eines weiteren Bordells in der Hirnbeinstraße 14 abgelehnt hat, wollen die Gersthofener nun im Gewerbegebiet ein neues Freudenhaus ansiedeln. Eine entsprechende Bauvoranfrage ist am 6. Mai bei der Bauverwaltung eingegangen. Da die Sperrgebietsverordnung das allerdings nicht hergibt, fordert die Firma eine Anpassung.

Für Wirbel hatte im November das Ansinnen der IPS gesorgt, in der Hirnbeinstraße einen weiteren Puff einzurichten. Vor allem auch deshalb, weil KREISBOTEN-Recherchen seinerzeit ergaben, dass einige Freudenhäuser baurechtlich nicht genehmigt sind. Jetzt haben die Gersthofener einen neuerliche Bauvoranfrage bei der Bauverwaltung eingereicht, diesmal für ein Gebäude im Gewerbegebiet (Adresse ist der Redaktion bekannt). Dem steht allerdings die Sperrgebietsverordnung von 1985 für die Stadt Kempten im Weg, die Bordelle vor allem im Gebiet zwischen Beethoven-, Mozart- und Bahnhofstraße und auf der Breite vorsieht. In einem vierseitigen Brief an OB Dr. Ulrich Netzer (CSU), die Bauverwaltung und die Fraktionsspitzen im Stadtrat fordert der Anwalt der Firma daher eine Anpassung der seiner Ansicht nach nicht mehr zeitgemäßen Verordnung. Dabei beruft er sich auf verschiedene Gerichtsurteile und eine Empfehlung des Verwaltungsgerichts Augsburg, das Anfang März bei einer Ortsbesichtigung in der Hirnbeinstraße mit Vertretern von IPS und der Bauverwaltung „auf die Notwendigkeit der Ausweisung neuer, geeigneter Toleranzzonen hingewiesen hat“. Allerdings, heißt es in dem Schreiben weiter, „muss das Vorhaben jedoch auch ohne förmliche Änderung der Sperrgebietsverordnung zugelassen werden.“ Eine Abweichung von der Verordnung sei aufgrund verschiedener Urteile und der Empfehlungen der Gerichte „unbedenklich“. Andernfalls, so der Anwalt, müsse er der IPS wohl zu einer Klage raten. Bauordnungsamtsleiterin Dr. Franziska Renner bestätigte am Montag den Eingang der Voranfrage. Zwar sei die Änderung der Sperrbezirksverordnung Sache der Regierung von Schwaben in Augsburg, „aber die Regierung greift bei so etwas auf die Vorschläge der Kommune zurück.“ Deshalb prüfe die Bauverwaltung derzeit den Sachverhalt. „Man muss stadtweit schauen, inwiefern die Verordnung noch zeitgemäß ist“, sagte sie. „Und je nachdem muss man die Änderung dann diskutieren.“ Offen war am Montag ebenfalls noch, ob der Bebauungsplan für das betreffende Gewerbegebiet die Ansiedlung eines Bordells zulässt oder ausschließt. Wohl im Juni will die Verwaltung darüber informieren, was die Überprüfung der Rechtmäßigkeit der zwei bis drei fraglichen Bordelle ergeben hat.

Meistgelesene Artikel

Ausblick und Austausch

Kempten – Knapp 200 Repräsentanten der verschiedenen Bereiche des Lebens in Kempten versammelten sich am Dienstagabend in der Schrannenhalle des …
Ausblick und Austausch

Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kempten – Am Donnerstagnachmittag vergangener Woche eskalierte ein Streit zwischen einem Pärchen, in dessen Verlauf der Mann offenbar versuchte seine …
Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Mongolei – Nomadenstaat im Spannungsfeld mit Urbanisierung

Kempten – Das Haus International erfüllte auch an diesem Abend seine Mission als interkulturelles Zentrum der Stadt Kempten. Der recht gut besuchte …
Mongolei – Nomadenstaat im Spannungsfeld mit Urbanisierung

Kommentare