Neues Schmuckstück eingeweiht

Zur festlichen Einweihung mit Gottesdienst und Segnung des Gebäudes fanden jetzt viele Bürger den Weg zur Alten Schule Kimratshofen. Foto: Würzner

Ein Beispiel macht Schule, in diesem Fall die Alte Schule im Altusrieder Ortsteil Kimratshofen. Der drohende Abriss wurde von Kreisheimatpflegerin Ingrid Müller abgewendet, aus dem Schandfleck der Gemeinde so ein Schmuckstück. Dementsprechend feierlich mit Gottesdienst und Segnung ver-lief jetzt die Einweihung des Gebäudes.

Die Muthmannshofener hatten es vorgemacht, wie mit Eigenleistung der Bürger eine Bereicherung des Ortsbildes und ein Ort der Begegnung der Dorfgemeinschaft geschaffen werden kann. Die Kosten in Höhe von 734 700 Euro konnten damit allein natürlich nicht gestemmt werden. 1180 ehrenamtliche Helferstunden waren jedoch ein starkes Argument, das Projekt zu unterstützen. Dies taten die Diözese Augsburg mit 358 500 Euro und das Amt für ländliche Entwicklung mit 100 000 Euro. Der gleiche Betrag wurde vom Markt Altusried beigeschossen, noch einmal die gleiche Summe an Spenden gesammelt. Der Phantasie waren keine Grenzen gesetzt, wenn es darum ging, Geld zu beschaffen. Sammelaktionen, Basare, Konzerte, Feste – keine Gelegenheit wurde von den Vereinen und den anderen beteiligten gesellschaftlichen Gruppierungen ausgelassen. 76 200 Euro, mehr als ein Zehntel der Gesamtsumme, war das Ergebnis. Einblick in die Geschichte Auf diese Art und Weise ist jeder, der die Räume in Zukunft nutzen wird, am Erfolg beteiligt und damit zu deren Nutzung berechtigt. Dass manch einer ursprünglich skeptisch oder entschieden gegen das Projekt war, ist mittlerweile vergessen. Der Tag der Einweihung jedenfalls begann mit einem Gottesdienst und der Segnung des Gebäudes. Zum Mittagessen gab es Musik und „Bigos“, ein polnisches Nationalgericht, gekocht von Pater Tomasz. Die Zeit bis zum Kaffee nutzten die einen mit Spielen, die Kinder der ehemaligen Schule lustig fanden, die anderen lauschten den Ausführungen von Ingrid Müller. Die Kreisheimatpflegerin stieg einmal mehr tief hinab in die Archive und förderte Erstaunliches zutage: Bilder, Briefe und Dokumente, die die 400-jährige Geschichte des Schulbetriebs in Kimratshofen wieder lebendig werden lassen. Die Chronik, die übrigens auch das Leben und Treiben in der Gemeinde drumherum miteinbezieht, wird zum Verkauf angeboten.

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