Gebirgssanitäter vor dem Abzug

Die Tradition soll weiterleben

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Der stellvertretende Regimentskommandeur, Oberstleutnant Christoph Mergl, spricht über die Themen, die die Sanitäts-Soldaten in der Kemptener Artillerie-Kaserne derzeit vor allem beschäftigen.

Kempten – Obwohl das Gebirgssanitätsregiment 42 noch wie gewohnt seinen Dienst verrichtet, wird bereits darüber nachgedacht, wie Tradition und Geschichte des Standorts erhalten werden können.

„Gemeinsam werden wir nun daran gehen, einen Arbeitskreis ins Leben zu rufen, um dieses Erbe für kommende Generationen zu sichern”, kündigte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) beim traditionellen Neujahrsempfang des Regiments am Donnerstag in der Residenz an. 

Damit solle vor allem die Jahrzehnte lange Verbundenheit zwischen dem Standort Kempten und seinen Soldaten dokumentiert werden, erläuterte Netzer im Hofgartensaal der Residenz vor zahlreichen Gästen aus Militär, Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. „Ich bin der festen Überzeugung, dass die Geschichte der Bundeswehr am Standort, die militärische Tradition, die Leistungen der Soldaten mit dem Edelweiß auch zukünftig sichtbar sein sollen”, sagte das Stadtoberhaupt. 

 Unverständnis und Unruhe 

Auch in der Regimentsführung macht man sich bereits Gedanken darüber, wie man die langjährige Tradition des Regiments künftig auch am neuen Standort Dornstadt – dorthin wird das Regiment wohl 2016 im Zuge der Bundeswehrreform verlegt und mit anderen Sanitäts-Regimentern verschmolzen – weiterleben kann, war am Rande des Empfangs zu erfahren. „Spruchreif” sei derzeit aber noch nichts, hieß es. 

A propos Bundeswehrreform: Das Jahr 2012 stand auch für die Soldaten in der Ari-Kaserne ganz im Zeichen deren Umsetzung, erklärte Oberstleutnant Christoph Mergl, stellvertretender Kommandeur der Kemptener „Sanis”. „Die geplanten Änderungen, welche gerade im süddeutschen Raum mit Standortschließungen verbunden sind, erzeugten neben Unverständnis ebenso viel Unruhe”, sagte er. Mittlerweile seien auf der höheren Kommandoebene erste Schritte zur Umstrukturierung eingeleitet worden. 

Hoher Munitionsbedarf 

Vor Ort in Kempten beherrschten jedoch andere Themen den Alltag der Soldaten. Neben der ambulanten fachärztlichen sowie truppenärztlichen Betreuung waren das vor allem die Einsätze im Ausland, so Mergl. Dazu kamen Klagen der Anwohner über die gestiegene Lärmbelastung rund um die Standortschießanlage in der Riederau. Dass tatsächlich in der Ausbildung mehr geschossen werde als früher, liege am neuen Schießkonzept der Bundeswehr, mit dem auf die veränderten Einsatzbedingungen reagiert werde. „Das Beherrschen der Waffe ist elementar”, verteidigte Mergl das intensive Schießtraining. In diesem Jahr werde wohl der Einsatz der Bundeswehr in der Türkei das bestimmende Thema sein, so der Oberstleutnant weiter. Zwar gehörten auch Sanitäter zum Kontingent, „derzeit sind jedoch keine Soldaten des Standortes Kempten betroffen”, betonte er. Das könne sich jedoch schnell ändern. OB Netzer wies in seiner Ansprache dagegen auf die Verbundenheit zwischen Stadt und Soldaten und die positive Entwicklung der Stadt in den vergangenen Jahren hin. Matthias Matz

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