16 Künstler und acht Kulturabende im Kunstwohnzimmer

Die artig ist wieder da

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Zur 2. KunstNachtKempten öffnet die artig’13 nicht nur das Kunstwohnzimmer bis spät in die Nacht, es ist auch Aktionskunst zu sehen: Patricia Murawski aus Essen „malt“ per „Headbanging“ mit ihren Haaren auf Leinwand.

Kempten – Von Ölmalerei bis Jazz, von Installation bis Rock, von Aktionskunst bis zu Lesungen und Tanz.

Das Kunst- und Kulturfestival artig‘13 zieht für neun Tage in Kemptener Markthalle und verwandelt den sonst eher kühlen Zweckbau zum vierten Mal in jenes 600 Quadratmeter große Kunstwohnzimmer, das seit der Premiere 2009 Tausende von Besuchern lockt. Von Samstag, 21., bis Sonntag, 29. September, bietet der Kemptener Künstlerverein darin eine Ausstellung von 16 Künstlern aus dem gesamten Allgäu und acht Kulturabende. Der Vorverkauf für das Konzert- und Lesungsprogramm hat begonnen. 

2012 hatte die artig pausiert, weil sich der Künstlerverein auf die Eröffnung der eigenen Galerie kunstreich in der Kemptener Altstadt konzentrierte. Jetzt kommt das beliebte Kunstfestival als Biennale zurück. „Wir wünschen uns wieder ein Forum, eine Art ‚piazza dell’arte‘, auf der sich Menschen gerne treffen und gemeinsam Kunst und Kultur für Aug‘ und Ohr erleben“, erklärt artig-Vorsitzender Stephan A. Schmidt die grundlegende Idee dahinter. „Daher trennen wir Bühnenveranstaltungen und Kunstausstellung ganz bewusst nicht, sondern lassen den Tanz oder das Konzert inmitten der Werke stattfinden“, so Schmidt weiter. Denn: „Generell steht Kunst ja nicht für sich allein in einem luftleeren Raum, sondern baut Beziehungen auf. Bei artig passiert dies in einem Raum, auch unter verschiedenen Ausdrucksformen – das Bild mit der Gitarre, die Skulptur mit dem Gedicht, der Künstler mit dem Betrachter – bis es schwirrt.“ 

Unter den artig’13-Künstlern sind Kunstpreisträger ebenso wie Nachwuchskünstler. Das Alter reicht von 27 bis 65 Jahre, die Herkunft von Oberstdorf über Kempten bis Kaufbeuren und die Genres reichen von Malerei über Bildhauerei bis hin zu Installationen. Jeder Abend auf der artig’13 ist anders: Zur 2. KunstNachtKempten am kommenden Samstag, 21. September, leistet Aktionskünstlerin Patricia Murawski aus Essen Kopfarbeit und „malt“ per „Headbanging“ – die Tanzform langhaariger Metalfans – auf Leinwand. Der Allgäuer Jazz-Trompeten-Virtuose Matthias Schriefl kommt als Trio „Matria“ mit Tamara Lukasheva und Johannes Bär ins Kunstwohnzimmer. Der Jonny-Cash-Biograph Franz Dobler liest und legt auf. 

Das „Orchester Dr. Laut“ paart schwarzen Humor mit Rockmusik. Kabarettist Walter Spira präsentiert Selbsterdachtes sowie Geliehenes. „Docs Olliday“ liefert den Soundtrack zur Wahlnacht. Nicht fehlen dürfen zwei seit der ersten artig etablierte Abende: die Open Stage, bei der die Bühne offen ist für jeden Dichter und Musiker, und die Vorschau auf den Tanzherbst (siehe Programm).

kb

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