Wie geht es weiter?

Erhaltenswert oder alte Hütten?

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Ein Diskussionspunkt im Stadtrat war die alte Stadthalle.

Lindenberg – Eine Diskussion im Lindenberger Stadtrat ergab sich in der jüngsten Sitzung.

Hintergrund ist eine Anregung der der CSU-Fraktion, im neuen Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) die alte Stadthalle, die ehemalige Hutfabrik Pfanner in der Hauptstraße und das Haus der Waizenbrauerei an der Kreuzung Sedan-/Blumenstraße nicht als wertvolle und erhaltenswerte Bausubstanz auf zuführen.

 Helmut Wiedemann von der SPD zeigte auf, dass im Haus der Waizenbrauerei auf Forderung von 200 Frauen 1909 der erste Kindergarten entstand und die Stadthalle 1923 mit viel Eigenleistung von Sportlern gebaut wurde. Solche Gebäude seien geschichtsträchtig und er befürchte, dass in Lindenberg ohnehin schon zu viel Gebäudesubstanz aus dem Ende des 19. Jahrhunderts verloren gehe, ohne dass Besseres nachkomme. Er erwähnte das abgerissene Haus gegenüber des Bayerischen Hofs, das nun eine Autoabstellfläche geworden sei. Auch für die alte Stadthalle gab es schon das Konzept, sie als Parkfläche einzuebnen. Das sei keine Verschönerung. Selbst die Karg-Häuser würden nun abgerissen, die ein Fachmann einmal als bedeutsam bezeichnet habe. 

Daraus ergab sich eine Diskussion über sinnvolle Stadtentwicklung. CSU-Fraktionssprecher Stefan Bihler machte deutlich, dass zum Beispiel der Bereich um das Bräuhaus eine bessere Arrondierung notwendig habe. Der alte Hallenbau mit seiner Schmuddelgasse sei kein Schmuckstück. Und statt des Hauses der Waizenbrauerei sei ein Kreisverkehr notwendig, mit dem etliche Verkehrsprobleme in der Stadt beseitigt werden könnten. Denn durch die Liebherr-Erweiterung werde der Verkehr in dem Bereich nicht weniger. Anton Wiedemann fügte hinzu, dass unter Bürgermeister Dr. Eduard Leifert sei dieser Kreisverkehr nicht realisiert worden war. 

Helmut Wiedemann erwiderte, dass dieser Kreisverkehr an der Stelle nur asymmetrisch hätte angelegt werden können. Dem aber hätte das Straßenbauamt nie zugestimmt. Anton Wiedemann entgegnete, das habe wohl an dem damaligen Behördenleiter gelegen. Ein Kreisverkehr wäre sehr wohl machbar gewesen. Dr. Friedrich Haag und Bürgermeister Johann Zeh erklärten, das ISEK sei kein starrer Rahmen. Es werde immer wieder den Gegebenheiten angepasst. Stefan Bihler meinte, die CSU hätte sich gewünscht, dass sich der Stadtrat nicht nur mit diesen drei Punkten sondern breiter mit verschiedenen Details befasse. Jedenfalls werden künftig die drei Gebäude nicht mehr als erhaltenswert eingestuft.

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