"Noch einmal Gas geben"

Wie ein Umzug aus dem Grünwalder Stadion in die Allianz-Arena komme es ihm vor, scherzte Bürgermeister Josef Mayr (CSU) in seinem Grußwort zur Herbstvollversammlung des Stadtjugendrings (SJR) vergangene Woche. Gemeint war der Umzug des SJR aus der Kronenstraße in das renovierte Gebäude in der Bäckerstraße 9. Anfang des Jahres soll es so weit sein. Auch auf andere Aktionen des kommenden Jahres blickte der SJR voraus und ließ das auslaufende Jahr Revue passieren.

Ende Januar oder Anfang Februar sollen die ersten beiden Stockwerke mit Jugendgruppenräumen bezogen werden. Das Dachgeschoss werde etwas länger dauern. „Hoffentlich ist es Ende Februar so weit“, meinte die SJR-Vorsitzende Regina Liebhaber. Neben Aktivitäten im Rahmen der Festwoche, des Stadtfestes und der Aktion „Leben statt Schweben“ sei heuer vor allem das Jahresthema „Rechtsextremismus und Fremdenfeindlichkeit“ prägend gewesen. Ein kleiner Wermutstropfen: Zu der gelungenen Fahrt zum Reichsparteitagsgelände nach Nürnberg hätten sich nur wenige Jugendliche angemeldet, obwohl im Vorfeld niemand gegen den Termin gewesen sei. So seien nur zwei VW-Busse statt eines großen Reisebusses nach Nürnberg aufgebrochen, so Liebhaber. Von Nürnberg habe man sich aber inspirieren lassen und das Konzept der Broschüre „Recht gegen Rechts“ von dort übernommen. Bei den Vorstandswahlen im Frühjahr wird Liebhaber wieder kandidieren. Da sie schon viermal im Amt war, musste laut Satzung die Vollversammlung eine fünfte Kandidatur genehmigen, was sie einstimmig tat. Sie würde gerne das Büro im neuen Gebäude beziehen und „noch mal richtig Gas geben“, erklärte sie. Auch im kommenden Jahr stehe vieles an. 26000 Euro will der SJR aus seinen Rücklagen nehmen und sie in ein Bauvorhaben auf dem Zeltplatz in Rothkreuz stecken. Eine Doppelgarage, in einen Hügel eingebettet, soll dort zwei baufällige Container ersetzen und den Platz so aufwerten. Vorstandsmitglied Uwe Gail, Leiter des Betriebshofes, habe das Konzept erarbeitet, so SJR-Geschäftsführer Alexander Haag. „Nutzt diesen Zeltplatz“, forderte er die Vertreter der Jugendverbände auf. Einige Aktionen stehen im Jahresprogramm des SJR. Ein Seminar zum Thema Geo-Coaching, einer immer beliebter werdenden „GPS-Schnitzeljagd“, soll es geben. Im Herbst will der SJR zum Kurzgeschichten-Schreibwettbewerb aufrufen. Auch der Rechtsradikalismus bleibe Thema, man stehe derzeit in Kontakt mit einem Dozenten der Uni Leipzig. Auf Antrag der Deutschen Pfadfinder Sankt Georg will der SJR zudem ein Konzept erarbeiten, dass die Jugendarbeit an Schulen besser koordiniert. Vor allem, aber nicht nur, die Jugendverbände sollen davon profitieren.

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