Noch sind die Wartelisten lang

218 Kinder stehen derzeit auf den Wartelisten für einen Krippenplatz in Kempten. Im Vergleich zum Jahresbeginn ist die Zahl laut Birgitt Richter, Leiterin des Amts für Kindertagesstätten, Schulen und Sport, weiter angestiegen. Damit in naher Zukunft tatsächlich alle Kinder, die einen Krippenplatz benötigen, auch einen bekommen, läuft der Ausbau der Betreuungsplätze für unter Dreijährige in Kempten auf Hochtouren.

Derzeit stehen in Kempten 328 Krippenplätze zur Verfügung, berichtete Richter am Montag im Jugendhilfeausschuss. Bis Ende 2013 sollen 122 weitere entstehen. Zusammen mit den derzeit zur Verfügung stehenden rund 70 Tagespflegeplätzen und 50 bis 90 U3-Plätzen in Kindergärten wäre der Amtsleiterin zufolge die Krippenwarteliste abgebaut. „Aus heutiger Sicht und bei planmäßiger Umsetzung der Baumaßnahmen, werden wir unser Ziel 2013 annähernd erreichen, 40 Prozent aller Kinder unter drei Jahren mit einem Krippenplatz zu versorgen“, so Richter. Damit liegt die Stadt über den Forderungen des Freistaats, dass ein Drittel der Kleinkinder untergebracht werden kann. Allerdings enthalten die aktuellen Berechnungen noch gewisse Unsicherheitsfaktoren. „Derzeit können noch keine konkreten Aussagen zur Belegung in überörtlichen (Waldorf) oder gewerblichen (Bambinipark) orientierten Einrichtungen gemacht werden“, erläuterte Richter. Unklare Entwicklung Außerdem sei noch nicht absehbar, wie sich die Belegungssituation in den Krippen mit Belegungsrechten (Dachser und Klinikum) darstelle und wie sich ein künftiges Betreuungsgeld auf den Bedarf an Krippenplätzen auswirke. Und auch aus den umliegenden Gemeinden sollen 61 Kinder in Kemptener Krippen betreut werden. „Wir können bei unserer Aussage bleiben, dass wir bis Ende 2013, so wie es sich heute darstellt, den Bedarf abdecken können. Damit dürften wir federführend bei den Kommunen sein“, meinte OB Dr. Ulrich Netzer (CSU). Auch Siegfried Oberdörfer (SPD) gefiel der weitere Ausbau der Krippenplätze. Er wünscht sich jedoch, dass die Öffnungszeiten der Krippen so gestaltet werden, dass ein möglichst großer Zeitraum abgedeckt werden kann. Dass auch auf die Bedürfnisse der Kinder geachtet werden sollte, mahnte Kinderarzt Dr. Thomas Potthast an. Er wies auf den Zeitungsartikel „Die dunkle Seite der Kindheit“ eines Kinderarztes hin, der seiner Meinung nach sehr betroffen macht. Frühkindliche Betreuung sei nicht immer gut. Studien zufolge haben einige Kinder, die bereits früh in fremde Hände gegeben werden, Defizite in der sozialen Entwicklung, verdeutlichte Potthast. „Als Kommune müssen wir auf den Bedarf reagieren“, entgegnete Netzer. Allerdings müsse man auch die Gesamtsituation bestreiten. Einer Diskussionsveranstaltung mit Fachleuten zu diesem Thema stehe er offen gegenüber, meinte er abschließend.

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