Feierliche Zeremonie

50 und doch jung geblieben

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Mit vielen musikalischen Einlagen gestalteten die Schülerinnen und Schüler – hier die Klasse 2a – die Feier zum 50. Geburtstag der Nordschule.

Kempten – „Marmor, Stein und Eisen bricht, nur unsere Nordschule nicht“ – den etwas umgeschriebenen Refrain eines Liedes, das 1966 in den Charts war, haben am vergangenen Donnerstagmittag alle geladenen Gäste der offiziellen 50-Jahr-Feier in der Turnhalle der Nordschule gemeinsam a-capella gesungen.

Das Jahr 1966 war aber nicht nur für Schlagersänger Drafi Deutscher ein voller Erfolg, sondern auch für die vielen Schülerinnen und Schüler im Kemptener Norden: in diesem Jahr bekamen sie ihre „eigene“ Volksschule.

Bislang führte deren Schulweg „mindestens eine Stunde“ durch die Innenstadt zu bereits bestehenden Schulen, wie Schulrat Hans Fasser bei der feierlichen Zeremonie, zu der zahlreiche Vertreter der Stadt, des Schulwesens und Vereinen erschienen sind, erzählte.

Im Jahr 1960 hatte sich der Stadtrat – auch aufgrund der Bevölkerungsentwicklung – dann erstmals mit dem Bau einer Schule im Kemptener Norden befasst, so Bürgermeisterin Sibylle Knott in ihrem kurzen Rückblick. Sechs Jahre später war es dann so weit: Nachdem am 5. September 1966 die Bauarbeiten abgeschlossen werden konnten, zogen am 6. September die ersten Schülerinnen und Schüler in die neue Volksschule ein. 1970, 1973 und 1989 folgten dann weitere Bauabschnitte. Dass diese Erweiterungen bitter nötig waren, zeigte Fassers Zahlenvergleich: besuchen heute 317 Kinder in insgesamt 17 Klassen mit durchschnittlich 18,5 Schülerinnen und Schüler die Nordschule, seien es im Schuljahr 1974/75 über 900 gewesen – aufgeteilt in sechs Jahrgänge mit insgesamt 26 Klassen und durchschnittlich 35,7 Kindern. Zwischenzeitlich musste sogar schichtweise unterrichtet werden.

Aber nicht nur die Anzahl der Schüler habe sich in den vergangenen fünf Jahrzehnten geändert, auch die Anforderungen an Lehrer und Schüler hätten sich weiterentwickelt und auch einige bildungspolitische Reformen hätte die Nordschule im Laufe der Zeit gemeistert. Und: In all den Jahren habe die Schule vielen Generationen an Schülern eine Heimat gegeben, so Knott.

Heute sei die Schule laut Konrektor Thomas Werner „ein buntes Gebilde“, mit rund 200 Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund, wodurch in den Gängen eine „bunte Vielfalt an Sprachen“ zu hören sei, ergänzte Fasser.

Neben Integration spiele aber auch Inklusion an der Nordschule eine große Rolle und beide Themen hätten im Grunde das gleiche Anliegen: die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen an der Gesellschaft. 2011 sei die Schule als eine der ersten in ganz Bayern zur Profilschule Inklusion ernannt worden, heute befänden sich auch einige Sonderpädagogen im Lehrerkollegium, erzählte Fasser, der einige Zeit selbst an der Schule als Lehrer tätig war. Unter den Lehrern habe schon von der ersten Stunde an ein „hervorragender kollegialer Geist“ geherrscht und noch heute kämen ehemalige Lehrer gerne im Nordschulsenat zusammen.

„Unsere Schule ist toll“ sangen die Kinder bei der 50-Jahr-Feier auf der bunt gestalteten Bühne in der Turnhalle und zeigten, dass auch sie heute noch gerne in ihre Schule gehen, die laut Elternbeiratsvorsitzende Claudia Prinzing übrigens einen „traumhaften Blick in die Alpen“ bietet.

Nach der offiziellen Jubiläumsfeier ging es nachmittags dann mit einem großen Schulfest mit Aufführungen, Tombola und internationalem Buffet weiter.

50 Jahre Nordschule Kempten

Lea Stäsche

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