Befürchtete Kostensteigerung

"Wir liegen voll im Rahmen"

+
Zahlreiche Demonstranten fanden sich im Mai beim Spatenstich zur Nordspange ein, um gegen den Bau der Brücke zu protestieren.

Kempten – Die Kostenexplosion beim Hildegardplatz hat auch die Nordspange wieder in den Fokus gerückt. Gegner des Projekts zweifeln seit jeher an den veranschlagten Kosten von 13,1 Millionen Euro.

Doch bei dieser Summe soll es bleiben, wie Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann gegenüber dem Kreisboten betonte: „Wir liegen voll im Rahmen.“ Das gilt bislang allerdings nur für die Ausgleichsmaßnahmen und den Bau des Dammes. 

Denn – und da zuckte am Dienstagabend im Haupt- und Finanzausschuss dem einen oder anderen Stadtrat die Augenbrauen – bislang sind erst rund 30 Prozent der zu vergebenden Arbeiten ausgeschrieben worden. Derzeit läuft die Ausschreibung für den Bau der Brücke, in den nächsten Wochen soll Submission sein, wie Wiedemann auf Anfrage erläuterte. Wer schließlich den Auftrag bekommt, werde der Bauausschuss nichtöffentlich im April beschließen. 

Da derzeit nirgendwo im Allgäu eine größere Brücke gebaut wird und das Interesse der Baufirmen an dem Auftrag weitaus größer sei als beispielsweise für die Arbeiten am Hildegardplatz (insgesamt vier Angebote), geht Wiedemann davon aus, dass sich die Ergebnisse der Ausschreibung für den Brückenbau aber ebenfalls mit den bisherigen Kostenprognosen decken. Ende des Jahres schließlich sollen dann die übrigen Straßenbauarbeiten und kleiner Arbeiten an der Brücke ausgeschrieben werden. 2015 soll der vierte Illerübergang schließlich stehen. Wegen des Wetters ruhen die Arbeiten in den Illerauen derzeit, sollen laut Tiefbauamt aber im Mai/Juni wieder aufgenommen werden. 

Grüne: 20 Millionen? 

Kritiker des Bauprojekts wie zum Beispiel der Grünen-Fraktionsvorsitzende Thomas Hartmann zweifeln indes an den veranschlagten Kosten. „Ich prognostiziere am langen Ende Gesamtkosten von 20 Millionen. Das will ein Jahr vor der Kommunalwahl niemand hören“, so Hartmann. Er erinnerte daran, dass ursprünglich von Baukosten in Höhe von rund neun Millionen Euro die Rede gewesen sei. Aber nicht nur finanziell sei das Brücken-Projekt höchst fragwürdig. „An den wirklichen Problemstellen, wie Memmingerstraße/Rottachstraße und Kaufbeurer Straße zwischen Dieselstraße und Leubas, wird durch die Nordspange keine Erleichterung, sondern eher eine Verschärfung erreicht“, ist sich der Grüne sicher. Sinnvoller sei es daher, das Geld in den Erhalt des bestehenden Straßennetzes zu investieren, „das sich an immer mehr Stellen in einem bemitleidenswerten Zustand befindet.“ Matthias Matz

Meistgelesene Artikel

Ausblick und Austausch

Kempten – Knapp 200 Repräsentanten der verschiedenen Bereiche des Lebens in Kempten versammelten sich am Dienstagabend in der Schrannenhalle des …
Ausblick und Austausch

Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kempten – Am Donnerstagnachmittag vergangener Woche eskalierte ein Streit zwischen einem Pärchen, in dessen Verlauf der Mann offenbar versuchte seine …
Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Schnell eingliedern mit "LASSE"

Kempten – Christian Kühn ist ein ganz normaler Mann. Täglich pendelt der 33 Jahre alte Familienvater von Füssen nach Kempten zur Arbeit. In der …
Schnell eingliedern mit "LASSE"

Kommentare