Notwendige Präsenz

Bruno Fischle, Leiter des Staatlichen Bauamtes Kempten, bei seiner Ansprache zum 40-jährigen Bestehen der Straßenmeisterei. Foto: Kampfrath

Der Autofahrer sieht die „Männer in Orange“ fast täglich, aber er nimmt sie kaum wahr. Am vergangenen Samstag war es einmal anders. Mit einem „Tag der offenen Tür“ feierte die Straßenmeisterei Kempten ihren 40. Geburtstag auf ihrem Gehöft in der Bleicherstraße.

Das leuchtende Orange der Schutzanzüge und Fahrzeuge stach an diesem grauen Regentag besonders ins Auge. Doch das ungemütliche Wetter ficht die 36 Beschäftigten der Kemptener Straßenmeister nicht an. Durch den Winterdienst sind sie ganz andere Sachen gewöhnt. „Im vergangenen Winter hatten sie mit extremen Verwehungen und Frost zu kämpfen“, sagte Behördenleiter Bruno Fischle gegenüber dem KREISBIOTEN. Der Leiter des staatlichen Bauamts Kempten, zu dem die Straßenmeisterei gehört, warnte in seiner Festrede vor weiteren Sparmaßnahmen: „Eine flächendeckende Präsenz ist zwingend notwendig und darf nicht durch Rationalisierung zur Disposition stehen.“ Durch verschiedene Reformen habe es seit den 1990er Jahren mehrmals Stellenkürzungen beim Personal gegeben. Gleichzeitig vergab man immer mehr Aufträge an Fremdunternehmen. Doch davon wollte sich am vergangenen Samstag keiner der Anwesenden die Feststimmung verderben lassen. Denn seitdem die Straßenmeisterei Kempten im Jahr 1970 das Gehöft in der Bleicherstraße bezog, änderte sich manches auch zum Positiven. Seit 2006 arbeitet die Behörde eng mit dem Landkreis Oberallgäu zusammen. Das heißt, die „Männer in Orange“ kümmern sich auch um die Kreisstraßen des nördlichen Landkreises. Landrat Gebhard Kaiser (CSU) würdigte in seiner Ansprache diese Kooperation. Durch die „Nutzung der Synergieeffekte“ habe man beispielsweise Fahrzeuge einsparen können. „Ich wünsche mir weitere erfolgreiche zehn Jahre“, so Kaiser. Josef Mayr (CSU), Bürgermeister von Kempten, wies darauf hin, dass die Leistung der Straßenmeisterei als Selbstverständlichkeit hingenommen werde. „Dabei sind die Beschäftigten von Januar bis Dezember für die Bürgerschaft im Einsatz.“ Bei einem Rundgang über das Gelände bekamen die Besucher an verschiedenen Stationen einen Einblick in die Arbeit der Straßenmeisterei und ihrer Partnerunternehmen. Ewald Gasperin von der Städtereinigung Dorr zum Beispiel erklärte beispielsweise den „Super 2000“. Das riesige Fahrzeuge dient der Kanalreinigung und ist oft im Einsatz. „An fast jedem frostfreien Tag im Jahr rücken wir damit aus“, sagte Gasperin.

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