Projekte angeschaut

Erfahrungsaustausch im Oberallgäu

+
Windiger Besuch im Energiedorf Wildpoldsried mit Besuch des geförderten Projekts „WiWaLaMoor – Wildpoldsrieder Wasserlandschaften im Moor“ mit Bürgermeister Arno Zengerle.

Landkreis – „Wir sprechen dieselbe LEADER-Sprache!“ Mit diesen Worten begrüßte Dr. Sabine Weizenegger, Geschäftsführerin der Lokalen Aktionsgruppe Regionalentwicklung Oberallgäu vergangene Woche eine Besucher- gruppe aus Österreich.

Die 13 Regionalmanager von Lokalen Aktionsgruppen und Mitarbeiter von Förderbehörden aus ganz Österreich kennen das LEADER-Geschäft bereits seit vielen Jahren. Trotzdem informieren Sie sich regelmäßig über die Arbeit in anderen Regionen und so gestaltete sich der Besuch diesmal als Austausch unter Kollegen über positive Erfahrungen, Hindernisse und die zukünftige Entwicklung der Regionen mit LEADER.

Als Auftakt des zweitägigen Besuchs des Österreichischen Netzwerk Land im Oberallgäu fand ein Treffen mit den Geschäftsführern aller vier Lokalen Aktionsgruppen im Allgäu (Regionalentwicklung Oberallgäu, Kneippland Unterallgäu, Ostallgäu und Regionalentwicklung Westallgäu-Bayerischer Bodensee) und Vertretern der Allgäu GmbH am Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Kempten statt. Die Besucher interessierten sich dort vor allem für das Netzwerk Regionalentwicklung Allgäu, die Zusammenarbeit mit verschiedenen Organisationen im Allgäu sowie die Etablierung der Marke Allgäu.

Ethelbert Babl, LEADER-Manager am Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten Kempten, blickte in einer kurzen Vorstellung des Allgäus auch zurück auf die Anfänge von LEADER. Um Impulse für die eigene Arbeit und die Entwicklung der LEADER-Regionen zu erhalten, wurden damals vorbildliche Projekte und Initiativen in Österreich besucht. Den jetzigen Gegenbesuch bezeichnete er deshalb als große Ehre und eine Bestätigung für die gute Arbeit im Allgäu.

Den Tipp das Oberallgäu zu besuchen bekam Luis Fidlschuster, Koordinator der Exkursion, von der Deutschen Vernetzungsstelle für den ländlichen Raum in Bonn und stellte fest, dass es trotz vieler Gemeinsamkeiten zwischen Deutschland und Österreich auch einige Unterschiede gibt. Von diesen Unterschieden können beide Seiten lernen, wenn positive Erfahrungen auf den verschiedenen Programmebenen in der ländlichen Entwicklung integriert werden.

Nach dem Austausch über die Zusammenarbeit der Regionalmanagements, zog sich das Thema Vernetzung und Zusammenarbeit auch durch alle Projekte, die die Gruppe im Oberallgäu besuchte. Auf dem Programm stand zunächst das AlpSeeHaus in Immenstadt Bühl, das neben der Geschäftsstelle und Ausstellung des Naturparks Nagelfluhkette auch das über LEADER geförderte Naturerlebniszentrum Allgäu und eine Beratungsstelle der Regionalentwicklung Oberallgäu beheimatet. Anschließend gab das Allgäuer Bergbauernmuseum Diepolz mit dem LEADER-Projekt Zeitreise einen Einblick in seine Entstehung und Erfolgsgeschichte. Um die Zusammenarbeit von Gastronomen und Landwirten in der Region für mehr regionale Produkte auf den Speisekarten, ging es dann beim Abendessen im LandZunge-Brauereigasthof Schäffler.

Wichtiger Baustein

Die 2007 von Bürgerinnen und Bürgern gebaute Hängebrücke über die Iller zwischen Altusried und Dietmannsried hat sich bis heute zu einem wichtigen Baustein im Wander- und Radwegenetz des Allgäus entwickelt. Sie wird auch im jüngst bewilligten Projekt Flussraum Iller eine wichtige Rolle spielen. Mit der Betriebsbesichtigung bei Rapunzel in Legau stand anschließend ein Vorreiter in Sachen Bio und Naturkost auf dem Programm. Wie sich ein ganzer Ort zu einer Vorzeigegemeinde in Sachen regenerative Energie und Holzbau entwickeln kann, stellte abschließend Bürgermeister Arno Zengerle in Wildpoldsried vor. Aushängeschild ist dort nach wie vor das LEADER-Projekt „WiWaLaMoor – Wildpoldsrieder Wasserlandschaften im Moor“, bei dem eine Naturkläranlage auch in der Freizeit von den Bürgern genutzt wird.

Insgesamt nehmen die Teilnehmer viele positive Eindrücke, innovative Ideen und neue Kontakte mit zurück in ihre Regionen in Österreich, fasste Luis Fidlschuster die Erfahrungen der zwei Exkursionstage zusammen. Es habe sich gelohnt eine Region näher kennen zu lernen, in die schon seit vielen Jahren lose Kontakte bestehen. Auch aus Sicht des Allgäus war der Besuch sehr interessant, stellte Dr. Sabine Weizenegger fest. Denn diesmal kamen Kollegen, die ebenfalls langjährige Erfahrungen haben und so konnte auch das Allgäu von dem Besuch profitieren.

Meistgelesene Artikel

Ausblick und Austausch

Kempten – Knapp 200 Repräsentanten der verschiedenen Bereiche des Lebens in Kempten versammelten sich am Dienstagabend in der Schrannenhalle des …
Ausblick und Austausch

Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kempten – Am Donnerstagnachmittag vergangener Woche eskalierte ein Streit zwischen einem Pärchen, in dessen Verlauf der Mann offenbar versuchte seine …
Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Schnell eingliedern mit "LASSE"

Kempten – Christian Kühn ist ein ganz normaler Mann. Täglich pendelt der 33 Jahre alte Familienvater von Füssen nach Kempten zur Arbeit. In der …
Schnell eingliedern mit "LASSE"

Kommentare