Noch viele "offen Baustellen" beim Parken in Kempten

Nord-Süd-Gefälle?

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Bis zu sechs der alten Kastanien entlang des Fuß- und Radwegs beim Friedensplatz zwischen „Am Stadtpark“ und Königstraße müssten für den Neubau der erweiterten Sparkassen-Tiefgarage gefällt werden.

Kempten – 114 neue Parkplätze im lichtdurchfluteten, rangierfreundlichen Parkhaus bereichern das Parkangebot im Süden der Innenstadt seit vergangenem Samstag. Lange Zeit offen geblieben waren vom Zentralhaus noch nachzuweisende 83 Stellplätze. Das Thema ist laut Baureferent Tim Koemstedt inzwischen vom Tisch. Es fehle lediglich noch der „Vollzug“- Eintrag ins Grundbuch. Wie berichtet sind die Parkplätze auf dem ehemaligen Telekom-Gelände in der Alpenstraße. Laut Bauausschuss im März dieses Jahres handelt es sich dabei allerdings nur um eine Interimslösung, denn auf dem Gelände sei der Bau eines Parkhauses beabsichtigt. Wieweit diese Pläne des Investors gediehen sind, konnte Koemstedt allerdings nicht beantworten.

Zusammengenommen sind es bis Ende des Jahres also knapp 200 neue Parkplätze, die den Süden der Innenstadt noch attraktiver machen. Derweil wird im Norden unter anderem durch das City- bzw. Quartiersmanagement nach Möglichkeiten gesucht, mehr Kunden zu den dort ansässigen Geschäften zu locken und auch um den Bau von Parkmöglichkeiten als Kunden-Lockmittel wird gerangelt. So will die Sparkasse Allgäu zum derzeit entstehenden neuen Hauptsitz auch ihre alte und deutlich marodere Tiefgarage statt für teures Geld zu sanieren lieber neu bauen und das möglichst gleich mit aufgestocktem Parkplatzangebot; genau genommen statt der bisher rund 80 Stellplätze zwei bis drei Mal so viele, was zwei Gründe habe, wie OB Thomas Kiechle, der auch Aufsichtsratsvorsitzender der Sparkasse Allgäu ist, auf Nachfrage des Kreisboten angab: einmal sei es „aus technischen Gründen nicht möglich“ um nur wenige Parkplätze aufzustocken. Zum anderen werde die Sparkasse mit Fertigstellung des neuen Hauptsitzes erhöhten Parkraumbedarf haben, der vorher so nicht absehbar gewesen sei: die derzeit für den laufenden Betrieb genutzten Ausweichquartiere sollen nach Auflösung unter anderem als Laden- und Büroflächen vermietet werden, wofür Stellplätze nachgewiesen, oder – die bequemere Variante zumindest für die Sparkasse – abgelöst werden müssten.

Auch wenn eine Erhebung gezeigt habe, dass man „von Parkdruck nur zu bestimmten Zeiten sprechen kann“, wie mittags und abends, dürfe man diese nicht wiederkehrende Gelegenheit mit vorausschauendem Blick auf auch künftigen Bedarf nicht vertun, ist Kiechle überzeugt. Aus seiner Sicht gehe es eher um die Frage Tiefgarage Sparkasse plus ein weiteres Parkangebot im nördlichen Bereich. Aus „städtebaulichen Gründen“ sah der OB allerdings nicht den immer wieder als Parkhaus-Standort diskutierten Pfeilergraben als geeignet, sondern die Fläche an der Rottachstraße bei der Feuerwehr. Dort soll die Akzeptanz für die ab dem neuen Jahr erstmals bewirtschaftete, sprich kostenpflichtige, Parkfläche beobachtet werden, um besser abschätzen zu können, ob ein Parkhaus an dieser Stelle überhaupt funktionieren könnte. Wohlgemerkt als Zusatzangebot, denn es sei ein „anderes Schwergewicht“ für den Einzelhandel, wenn Kunden näher hinfahren könnten und „zentraler kann man in der Stadtmitte keine Parkmöglichkeit mehr anbieten“, sah er einen wichtigen Punkt pro Pläne der Sparkasse. Ein Knackpunkt: bis zu sechs der alten Kastanien entlang des Fuß- und Radwegs beim Friedensplatz zwischen „Am Stadtpark“ und Königstraße müssten – da stadtbildprägend per Gremiums-Beschluss - gefällt werden. Insgesamt habe die Erweiterung natürlich Konsequenzen auch für die Gestaltung des Stadtparks. Zwar könnten im Falle der Tiefgarage keine tiefwurzelnden Bäume mehr gepflanzt werden, aber „Hecken, Rabatten“ und auch flachwurzelnde Bäume seien möglich. Wie das Ergebnis der Bürgerbefragungen gezeigt habe, gehe es den Leuten vor allem um „Aufenthaltsqualität“, um etwas Lichtes und auch „Wasser ist ein Thema“, wofür es einen Wettbewerb geben soll. „Im Moment ist es maximal ein Durchgang“ und jeder sei froh, wenn er wieder draußen sei, so Kiechle.

Bereits am 8. November 2016 soll der Bauausschuss über die Tiefgarage unter dem Stadtparkentscheiden und eine Empfehlung an den Stadtrat geben, der dazu das letzte Wort haben wird. Wie Baureferent Tim Koemstedt auf Nachfrage des Kreisboten erklärte, seien öffentlich nutzbare Parkierungsanlagen im Rahmen des Förderprojektes „Erweiterte Doppelstadt“ „prinzipiell förderwürdig“. Für eine konkrete Förderung brauche es aber „eine klare städtebauliche Zielsetzung“ sowie eine Abstimmung mit der Förderstelle.

Christine Tröger

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