Buntes Programm der Stadt Kempten zum Tag des offenen Denkmals am kommenden Sonntag

Gemeinsam Denkmäler erhalten

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Das Beginenhaus ist eines der Kemptener Denkmäler, die am Sonntag besichtigt werden können.

Kempten – Das Motto des „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 11. September, lautet „Gemeinsam Denkmale erhalten“ – ein hochaktuelles Thema, steht es doch als Zeichen für ein gemeinschaftliches Handeln. Mit großer ehrenamtlicher Unterstützung konnte dazu in Kempten wieder ein abwechslungsreiches Programm zusammengestellt werden, u.a. mit Führungen durch Bauwerke aus unterschiedlichsten Epochen, die sonst meist nicht öffentlich zugänglich sind.

Ideenspieltisch im Zumsteinhaus

Das Zumsteinhaus am Residenzplatz 31, ein ehemaliges bürgerliches Wohn- und Geschäftshaus, erbaut im Jahre 1802 und langjähriger Sitz des Römischen und Naturkundlichen Museums, öffnet am Tag des offenen Denkmals seine Türen. Das Haus wurde 2016 geräumt, denn darin soll Ende 2018 das neue stadtgeschichtliche Museum von Kempten entstehen (der Kreisbote  berichtete).

Von 10 bis 16 Uhr können sich Interessierte die Räumlichkeiten anschauen und während der Führungen mehr zum Haus und zu seiner weiteren Verwendung erfahren. Bei der Führung um 13.30 Uhr erläutert Therese Waldmann, die stellvertretende Leiterin des städtischen Hochbauamtes, die notwendigen Umbaumaßnahmen. Die Besucherinnen und Besucher können aber nicht nur durch die Räumlichkeiten streifen, auch ihre Meinung ist gefragt. Am Ideenspieltisch für das neue Kempten-Museum können sie ihre Ideen und Wünsche zum künftigen Museum abgeben, und in der Geschichtswerkstatt sammelt Carolin Keim, die Projektleiterin für die Stadtexpedition, die interessantesten Kempten-Geschichten aus dem 20. Jahrhundert. Museumsleiterin Dr. Christine Müller Horn lädt alle Gesprächswilligen in das neue „Wohnzimmer“ der Stadt ein und freut sich bei einer Tasse Kaffee auf interessante Diskussionen. Besichtigung des leeren Hauses sind von 10 bis 16 Uhr möglich. Führungen zur Hausgeschichte finden um 10.30, 13.30 und 15 Uhr statt.

Filmvorführung und Ausstellung im Beginenhaus

Das Beginenhaus und der Nonnenturm gehören zu den ältesten Gebäuden in der Stadt Kempten. Sie stammen aus dem 14. Jahrhundert und wurden 1585 erweitert und ausgebaut. Aus Mittelalter und Renaissance blieben wertvolle Raumausstattungen und die beiden Dachstühle erhalten.

Der Förderverein Beginenhaus Kempten e.V. zeigt am Tag des offenen Denkmals in Führungen (zu jeder halben Stunde von 10 bis 16 Uhr, Start am Torbogen in der Burghaldegasse) die wertvollen Häuser, präsentiert eine ganz besondere Ausstellung und lädt ein ins Café im Nonnenturm. Informieren Sie sich über das Sanierungs- und Nutzungskonzept des Vereins für das Gebäude-Ensemble direkt vor Ort.

Im Beginenhaus werden großformatige Rekonstruktionszeichnungen und -gemälde des bekannten Kemptener Illustrators Roger Mayrock gezeigt. Die Zeitreise geht quer durch alle Epochen und führt ins alte Kempten, auf Allgäuer Burgen und zu anderen Orten. Wissenschaftlich fundiert geben die Bilder lebendige Einblicke in frühere Lebenswelten. Es gibt Vorführungen des Drohnenflugs über das Haus und in beide Häuser.

Führungen durch die Direktorenvilla 

Die ehemalige Direktorenvilla der „Mechanischen Baumwoll-Spinn- & Weberei zu Kempten“ wurde 1909 errichtet. Architekt war Philipp Jakob Manz. Der zweigeschossige villenartige Baukörper ist auf einem hohen Kellersockel errichtet und hat ein Mansardenwalmdach in Formen des historisierenden Jugendstils.

Führungen durch das Denkmal

finden am Tag des Denkmals von

11 bis 14 Uhr statt. Treffpunkt: Rosenau 7.

Führungen durch die Weberei-Shedhalle

Im Jahr 1852 wurden die „Mechanische Baumwoll-Spinn- & Weberei zu Kempten“ gegründet und die ersten Gebäude erstellt. Die Sheddachhalle wurde im Jahr 1897 als Gebäude aus Ziegelsteinsichtmauerwerk errichtet und um 1901 im Norden erweitert. Die Produktion wurde 1991/92 eingestellt und wesentliche Teile des Gebäudekomplexes 1993 unter Denkmalschutz gestellt. Die Sheddachhalle galt mit einer Grundfläche von 7500 Quadratmetern vor dem Abriss des Nordteils als eine der größten erhalten gebliebenen Sheddachhallen in ganz Süddeutschland. Heute hat die Halle mit Schlichterei und Ölturm noch immer eine Grundfläche von circa 4900 Quadratmetern.

Führungen durch das Denkmal werden von 12 bis 15 Uhr angeboten. Treffpunkt: Keselstraße 18, Eingang Südseite.

Ehemaliges Wohnhaus von Franz Georg Hermann

Führung durch das 1730/40 erbaute Wohnhaus des Malers Franz Georg Hermann mit Erläuterungen zur Baugeschichte, zur historischen barocken Ausstattung des Hauses und wie das denkmalgeschützte Haus in den vergangenen Jahrhunderten bzw. Jahren genutzt worden ist, finden im Zeitraum zwischen 11 und 14 Uhr statt. An die Führung des Hauses schließt sich die Besichtigung der kleinen Besenkapelle, der ehemaligen Hauskapelle, an (später kath. Waisenhaus).

Führungen durch das Haus und Besichtigung der Kapelle. Treffpunkt: Memminger Straße 57.

Programm auch in Altusried

Wer Lust hat, noch ein Stück weiterzufahren: In Altusried ist das Glögglerhaus zu besichtigen, ein 300 Jahre altes Bauernhaus. Das Glögglerhaus gehört wohl zu den ältesten profanen Bauten des Dorfes. Es wird als Glögglerhaus bezeichnet, weil die letzten Bewohner diesen Namen trugen. Da es an seinem einstigen Standort nicht stehen bleiben konnte, wurde es 1990 in die Poststraße 10 versetzt. Unter seinem Dach beherbergt es heute im einstigen Wirtschaftsteil des Bauernhauses den Trachtenverein „Koppachtaler“ und im Wohnhaus ein kleines Museum. Am Tag des offenen Denkmals kann es von 10 bis 17 Uhr besichtigt werden. Jeweils zur vollen Stunde gibt es Führungen.

Alle Veranstaltungen des Tages des offenen Denkmals deutschlandweit sind im Internet unter www.tag-des-offenen-denkmals.de zu finden. Das spezielle Programm für Kempten ist online auf den Seiten des Kemptener Bürger Büro (www.kempten.de) abgebildet. kb

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