Ohne Zusammenarbeit geht es nicht

Bernhard Vollmar und Dr. Sabine Weizenegger erläutern das Projekt Waldinfoplan und andere geförderte Maßnahmen zum Thema Forst auf der Exkursion der Regionalentwicklung Oberallgäu 2012. Foto: Empter-Heerwart

Jahr für Jahr fließen Millionen Euro aus Brüssel in LEADER-Projekte. Ob der Geldregen der EU vor Ort tatsächlich etwas bewirkt, davon wollten sich jetzt rund 20 Interessierte überzeugen und nahmen an einer Exkursion der Regionalentwicklung Oberallgäu zu einigen erfolgreichen Leader-Projekten in der Region teil.

Bei inzwischen rund 80 Projekten, die seit 2002 im Landkreis über das EU-Programm LEADER gefördert wurden, fanden sich schnell fünf Projekte, die sich auf der diesjährigen Exkursion der LEADER-Aktionsgruppe Regionalentwicklung Oberallgäu präsentieren wollten: Wasseramselsteig Rettenberg, Urlaub auf dem Bauernhof, Allgäuer Krämle, Schülerland Allgäu und Waldinfoplan. Unterschiedlichste Inhalte und Strukturen der Projekte zeigten die Vielfalt der Fördermöglichkeiten bei LEADER und boten eine gute Grundlage für interessante Gespräche und Diskussionen. Die Einbindung von Bürgern und vielen verschiedenen Interessensgruppen war eines der wichtigsten Themen beim Wasseramselsteig Rettenberg. Bürgermeister Oliver Kunz und Gästeamtsleiterin Tanja Oswald erläuterten die enge Zusammenarbeit mit örtlichen Vereinen, Landwirten und dem Landesbund für Vogelschutz. Dadurch konnten Bedenken von Bürgern überwunden und ein schöner Wanderweg für Erholungssuchende naturpädagogisch erschlossen werden. Wichtige Zusammenarbeit Weniger Bedenken gab es von Beginn an beim Zusammenschluss von Urlaub auf dem Bauernhof-Anbietern, wie die Vorsitzende des Trägervereins „Mir Allgäuer”, Angelika Soyer, erklärte. Alle Mitgliedshöfe sehen in der Zusammenarbeit Möglichkeiten sich besser zu präsentieren und wirtschaftlich zu verbessern. Soyer betonte, Qualitätskriterien seien unerlässlich, um dem Gast Vergleichbarkeit zu garantieren. Gleiches gilt für die Produkte, die im Allgäuer Krämle angeboten werden. Diese Verkaufsecken im Ferienhof oder dem örtlichen Gästeamt bieten dem Gast echte Allgäuer Produkte aus der Umgebung direkt am Urlaubsort. Die enge Zusammenarbeit mit dem Allgäuer Hoimarkt in Kempten und das Logistiksystem für Regionale Produkte ist dabei enorm wichtig, betonte Sabine Ücker vom Verein „Mir Allgäuer”. Beide Projektleiterinnen berichten, dass viele Gäste bereits als Kinder da waren und nun mit der eigenen Familie wieder kommen. An dieser frühen Bindung zu einer Ferienregion setzt auch das Projekt „Schülerland Allgäu”, die Plattform Young Alps für Schülerreisen ins Allgäu, an. Geschäftsführer Jochen Häfele erläuterte, dass Schulklassen und andere Jugendgruppen aus ganz Deutschland und dem Allgäu das Angebot nutzen. Von der Unterkunft über fachliche Exkursionen bis hin zu Outdoor-Angeboten kann der Lehrer seine Klassenfahrt über Young Alps zusammenstellen. Dies kommt vor allem bei Lehrern gut an, die unter großem Zeitdruck stehen. Zeitersparnis spielte auch bei der Entwicklung des Logistiksystems Waldinfoplan für Waldbesitzervereinigungen im Allgäu eine große Rolle, erfuhr die Gruppe abschließend von Projektleiter Bernhard Vollmar. Die immer komplexer werdenden Abläufe im Waldmanagement kleinstrukturierter Privatwälder im Allgäu machten die Entwicklung eines passenden internetgestützten Verwaltungssystems notwendig. Der tragbarer Laptop mit Suchfunktion des eigenen Standorts kam bei den Teilnehmern besonders gut an. Die bunt gemischte Gruppe aus Studenten, interessierten Rentnern bis hin zu Kreisräten und Landtagsabgeordneten nahm die Gelegenheit wahr, mit den Projektträgern direkt ins Gespräch zu kommen. Erfahrungen mit der Ideenfindung, Einbindung von Bürgern, Umsetzung von Maßnahmen und der Finanzierung auszutauschen und zu diskutieren ist für Dr. Sabine Weizenegger, Geschäftsführerin der Regionalentwicklung Oberallgäu, eine wichtige Grundlage, um die Entwicklung eigener Ideen und Projekte effektiv zu gestalten. Weizenegger freute sich deshalb über das große Interesse an dieser vierten Exkursion Regionalentwicklung.

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