Koemstadt folgt auf Beltinger

Beltinger muss gehen

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Tim Oliver Koemstedt, ab Januar 2015 Kemptens neuer Baureferent.

Alle 45 Stimmen – 44 Stadträte plus Oberbürgermeister – waren gültig. Eine war dann wohl das Zünglein an der Waage. Mit 22:23 Stimmen wurde Baureferentin Monika Beltinger vergangenen Montagabend abgewählt. 

Das Gremium entschied sich mit nur einer Stimme Vorsprung für den 41-jährigen Dipl.-Ing. Univ. Tim Oliver Koemstedt als künftigen Baureferenten der Stadt Kempten. Ab Januar 2015 soll er das Amt antreten.Nach einer ausführlichen Vorstellungsrunde der beiden Bewerber im nichtöffentlichen Teil der Stadtratssitzung, gab es im anschließenden öffentlichen Teil, vor der geheimen Wahl, eine zweite Kurz-Vorstellungsrunde der beiden Bewerber, die nach mehreren Auswahlrunden im Vorfeld von insgesamt 22 übrig geblieben waren.Die Anspannung war der Dipl.-Ing. Univ. und Architektin Beltinger, die seit 1997 quasi „Herrin“ über die Stadtplanung, Hoch- und Tiefbau sowie den Bauhof ist, zwar anzumerken – verständlich, stand für sie doch ungleich mehr auf dem Spiel als für ihren Mitbewerber, dennoch wusste sie zumindest 22 Wahlberechtigte zu überzeugen. Gereicht hat es nicht, wenn auch nur um Haaresbreite. Damit wurde nach 18 Jahren der Wechsel eingeläutet. Das Ergebnis der Wahl, die von einem großen Teil der Belegschaft des Bauamtes auf den Zuschauerreihen verfolgt wurde, überraschte offenkundig eine ganze Reihe von Stadträten. Wie einige von ihnen meinten, hätten „Testläufe“ einen anderen Ausgang der Wahl erwarten lassen.Tim Oliver Koemstedt studierte Stadt- und Regionalplanung an der TU Berlin und ist seit September 2007 Leiter des Stadtplanungsamtes im württembergischen Leinfelden-Echterdingen. Im Bereich der Großen Kreisstadt mit rund 38.000 Einwohnern liegen der Stuttgarter Flughafen sowie zwei S- und U-Bahn-Linien, wie er in seiner Kurzvorstellung anmerkte. Zuständig ist Koemstedt derzeit für die Bereiche Stadtentwicklung, Bauleitplanung, Stadterneuerung sowie Einzelhandel. Der gebürtige Memminger will nicht nur Verwaltungsabläufe auf den Prüfstand stellen, sondern auch ein verlässlicher Kooperationspartner sein. Nach der Wahl zeigte er sich gegenüber dem Kreisboten erwartungsgemäß „sehr glücklich und sehr erfreut über dieses, wenn auch knappe, Ergebnis“ und versprach, sein möglichstes zu tun „dieser Anforderung gerecht zu werden“.OB Thomas Kiechle anerkannte die „schwierige, angespannte Lage“, in der Beltinger seit der Ausschreibung gewesen sei. Sein Respekt galt ihrem Wirken bei der Stadtentwicklung, an der sie einen „ganz wesentlichen Anteil“ trage. „Dafür danke ich Ihnen von ganzem Herzen.“ Mit langem Applaus unterstrich der Stadtrat Kiechles Dank.

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