König-Ludwig-Brücke: Nutzung durch Passanten als Ziel der Sanierungsarbeiten

Mehr als ein Industriedenkmal

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In einem unterirdischen Zugangsweg zur König-Ludwig-Brücke wurden (v.li.) der Vorsitzende der Bayerischen Landesstiftung Josef Miller, OB  Thomas Kiechle und CSU-Fraktionsvorsitzender im Bayerischen Landtag, Thomas Kreuzer, über deren historische Bedeutung wie aktuellen baulichen Zustand informiert.

Kempten – Kempten gilt nicht nur als eine der ältesten Städte Deutschlands, sondern die Allgäu-Metropole kann auch mit historisch bedeutsamen Industriedenkmälern aufwarten. 1847 bis 1851 wurde im Zuge der Fertigstellung der Ludwig-Süd-Nord-Bahn die nach amerikanischen Vorbild gebaute König-Ludwig-Brücke fertiggestellt.

In Auftrag gegeben hat den Bau der Brücke in der traditionellen amerikanischen Fachwerkbauweise die Königlich Bayerische Staatseisenbahn. Im Laufe der Industrialisierung wurden die Lokomotiven immer größer und schwerer und so war es schon nach ein paar Dekaden der Nutzung mit dem Fahren von Zügen auf der Brücke vorbei. 1905 wurde das Bauwerk nach der Fertigstellung der Oberen Illerbrücken für Züge gesperrt. Schaden nahm die Brücke das erste Mal am Ende des Zweiten Weltkrieges, wo sie aus kriegstaktischen Gründen an ihrer Ostseite durch die Wehrmacht gesprengt wurde. Später diente das einstige Ingenieursdenkmal als Brücke für Fußgänger und Fahrradfahrer. Aber auch der Zahn der Zeit nagte stetig am Bauwerk. Vielmehr war es die Feuchtigkeit, die insbesondere den unten liegenden Holzbalken und Verstrebungen des Untergurtes zusetzte. Ende 2013 wurde seitens der Stadt Kempten dann die Sperrung der Brücke beschlossen.

Nun traf man sich vor Ort mit dem Vorsitzenden der Bayerischen Landesstiftung, dem Bayerischen Landwirtschaftsminister a.D. Josef Miller, um den aktuellen Zustand der Brücke in Augenschein zu nehmen und sich hierzu vom Leiter des Amtes für Tiefbau und Verkehr, Markus Wiedemannn, Ausführungen anzuhören. Erschienen waren zudem Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle, als auch der Fraktionsvorsitzende der CSU im Bayerischen Landtag, MdL Thomas Kreuzer.

Geplant ist der Erhalt der Brücke nicht nur als einmaliges Industriedenkmal, sondern weiterhin auch mit einer Nutzung als Illerüberbrückung für Fußgänger und Fahrräder. Die Kosten hierfür werden auf rund 3,8 Millionen Euro taxiert. Eine Million Euro wird hiervon die Stadt Kempten übernehmen, zwei Millionen Euro übernimmt der Freistaat Bayern. Die Stadt Kempten stellte darüber hinaus einen Antrag auf eine Bezuschussung von 250.000 Euro durch die Bayerische Landstiftung. Deren Vorsitzender Josef Miller zeigte sich beim Ortstermin vom Bauwerk beeindruckt und verwies auf eine Sitzung des Stiftungsrates am 18. Juli, bei der über den beantragten Kostenzuschuss gesprochen und wohl auch entschieden wird. „Ich bin beeindruckt vom Bauwerk und bin zuversichtlich, dass der Stiftungsrat dem Antrag der Stadt Kempten mit 250.000 Euro Rechnung tragen wird.“

Jörg Spielberg

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