Pläne reifen langsam aber sicher

Die Hofstarr in Richtung Marktplatz, das derzeit geplante Baugebiet für die südliche Altstadt von Isny. Foto: Schubert

Monate lang war die Planung der Altstadt-Süd ein Dauerthema in der Bevölkerung. Informationstage im Rathaus, Architektenwettbewerb, Verkehrsführung am Marktplatz und Sitzungen des Bürgerforums waren an der Tagesordnung. Doch mittlerweile ist es seltsam still geworden. Völlig unaufgeregt sortiert Claus Fehr, Leiter des Hochbauamtes und für die Wirtschaftsförderung zuständig, die Grundstücke und Gebäude, die von der Stadt mit Hilfe des Landes inzwischen aufgekauft wurden. Jetzt aber soll wieder über die gesamte Planung diskutiert werden.

Am 21. Februar, so Claus Fehr, ist das alles Thema im Gemeinderat und in einer öffentlichen Sitzung wird Klartext geredet. Das scheint nötig zu sein, denn es ist nicht unbedingt Desinteresse, wenn die Bürger dieses Thema nicht mehr behandelt haben. Am „Neuen Stadttor“ gemessen, scheinen die Macher des Projektes auf eine Diskussionsbeteiligung oder gar eine Bürgerbefragung gerne zu verzichten. Aber es ist nicht nur die Altstadt hinter dem Hallgebäude in Richtung Diebsturm. In der Stadt wird deutlich mehr geschehen müssen. Die Stadtverwaltung würde die Stadtbücherei lieber heute als morgen in ein anderes Gebäude legen. Ob und wann das zum Beispiel im Paul-Fagius-Haus möglich sein sollte, liegt in der Hand der Kreissparkasse, der diese Räume inzwischen zu groß geworden sind. Dann rechnet Hochbauamtsleiter Fehr mit einer Abgabe des Gebäudes auf Erbpacht, damit es im städtischen Besitz bleibt und eine Mitsprache bei der Gestaltung weiterhin möglich ist. An einen Durchbruch nach hinten und eine Umgestaltung ist dann mit Hilfe eines Investors (gibt es den?) gedacht. Der vorläufige Plan liegt vor und wird ebenfalls am 21. Februar besprochen. Diskussionen über Verkehr Der Marktplatz sollte ebenfalls mit besprochen werden. Die Oberflächengestaltung entspricht jedenfalls nicht den endgültigen Vorstellungen und ob nun Verkehr im beschränkten Umfang darüber fließt oder nicht, ist auch noch nicht zu Ende diskutiert. Dahinter sieht es im Augenblick recht düster aus. Haus Nummer 1 soll jetzt zunächst einmal optisch geschönt werden, die Garagen, das Gebäude in dem das Kleiderstüble nun untergebracht wurde, und die ehemaligen Schlagentweith-Werkstätten sind zwar nicht besonders attraktiv und recht verwahrlost, an einen Abriss zum jetzigen Zeitpunkt denkt die Stadt trotzdem nicht. „Eine riesige Lücke in diesem Bereich ist auch nicht besonders ansprechend“, erläuterte Claus Fehr gegenüber dem KREISBOTEN. Das Gebäude Nummer sieben steht ebenfalls leer, soll aber vorläufig als in Reserve gehaltene Notwohnung fungieren. Als Musik-Proberaum war es jedenfalls nicht geeignet. Dafür wurden Räume im Ochsenkeller gefunden. Weiter Richtung Diebsturm: Die Appretur, ganz kurz für ein Jugendherbergs- Projekt im Gespräch, erscheint den Verantwortlichen für diesen Zweck zu klein. Wenn am oberen Graben eine Freilichtbühne entstehen soll, ist eine andere Nutzung vorzuziehen. Jetzt aber erst einmal der Bereich hinter dem Rathaus: Von der Wassertorstraße 7/9 her wird von den Gebrüder Immler eine Neugestaltung in Angriff genommen. Noch sind zwei bis drei kleine Restflächen zu erwerben, mit der Stadt haben sich Karl und Jakob Immler schon geeinigt. Auch unter dem Rathausparkplatz kommt die Tiefgarage, das graue Gebäude wird abgerissen, die anschließende Nutzung der Oberfläche ist fertig abgesprochen und die Regelung der Zufahrt zu diesem Garagenbereich wird ebenfalls in vernünftige Bahnen zu lenken sein. "Viel Geduld" Claus Fehr machte es in diesem Zuammenhang noch einmal deutlich: „Es ist ein gemeinsames Ziel und das verfolgen wir, das aber braucht in der Umsetzung viel Geduld. Man kann in dem gesamten Bereich nicht eine einzelne Maßnahme einleiten.“ Das ganze muss koordiniert werden und jetzt einen Schnellschuss machen, hieße fast sicher einen Fehler begehen. Das ist zwar noch nicht alles. Aber am 21. Februar könnte bereits etwas Licht in die Angelegenheiten kommen.

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