Mit "Plan B" aus der Misere

Mit dem neu gegründeten Hilfsfonds „Plan B“, für bedürftige Kinder und Jugendliche, wollen (v.l.) Stefan Keppeler, 2. SJR-Vorsitzender, Regina Liebhaber, SJR-Vorsitzende, und SJR-Geschäftsführer Alexander Haag, der Ausgrenzung durch Armut entgegentreten. Foto: Tröger

Mit „Plan B“ will der Stadtjugendring (SJR) ab 1. Januar 2011 der Ausgrenzung von in Armut lebenden Kindern und Jugendlichen zu Leibe rücken. Durch den frisch gegründeten Hilfsfonds soll den Betroffenen, die in einem der 23 SJR-Verbände organisiert sind, die Teilnahme an Angeboten außerschulischer Bildung, Freizeit und Gesundheit oder die Mitgliedschaft in einem Verein ermöglicht werden.

Wie SJR-Vorsitzende Regina Liebhaber offenbarte, könnten immer mehr Eltern die durch städtische Zuschüsse und ehrenamtliche Jugendleiter eh schon günstigen Teilnehmerbeiträge „einfach nicht mehr bezahlen“. Das bedeute, nicht dabei sein, wenn die Freunde ins Zeltlager fahren, keine Mitgliedschaft im Verein, oder an außerschulischen Bildungsangeboten, die in Ergänzung zu schulischen für ganzheitliche Bildung „sehr wichtig sind“, wie sie betonte. Für die „unbürokratische Hilfe“ würden auch Jugendliche als bedürftig gelten, deren Eltern beispielsweise überschuldet seien oder die vielen allein erziehenden Mütter, „wo Väter einfach nicht zahlen“. Laut SJR-Geschäftsführer Alexander Haag, bekommen in Kempten 5734 Menschen städtische oder staatliche Unterstützung. Er ging von rund 1700 bedürftigen Kindern aus, mindestens die Hälfte davon in Verbänden und Vereinen organisiert – also rund 850 bis 1000 „Plan B“-Berechtigte. Mit 75 Prozent sollen, so Stefan Keppeler, Vize-SJR-Vorsitzender, die Maßnahmen bezuschusst werden. „Oft sind es kleine Beträge, mit denen man Jugendlichen helfen kann“, nannte er 25 Euro für die Qualifikation zum Bootsführer für Jugendgruppen, oder zehn Euro, um einen Monat lang für gesunde Zwischenmahlzeiten aus Obst zu sorgen, als Beispiele. Auszahlung und Anträge sollen über den Verband laufen, in dem der Jugendliche Mitglied sei. Dass nicht der gesamte Betrag vom Hilfsfonds übernommen werde, sei bewusst so gewählt, „weil der Eigenanteil wichtig ist“, fügte Haag an. In Einzelfällen stellte er aber auch eine 100-prozentige Kostenübernahme in Aussicht. Überzeugt zeigte er sich von der Qualität der durch die 300 Kemptener Jugendleiter vorgenommenen Maßnahmen, „die sich von kommerziellen Angeboten unterscheiden“. Finanzielle Unterstützung erhalte der gerade aus der Taufe gehobene Fonds bereits durch die Volksbank Kempten-Sonthofen und die Sozialbau, gab sich Haag hinsichtlich weiterer Geldgeber aus Wirtschaft oder auch Bevölkerung optimistisch. „Wir werden alle Möglichkeiten ausschöpfen, um diesen Topf zu füllen“, machte Liebhaber deutlich, mit dem Hinweis, dass alle Mittel zu 100 Prozent bei den Bedürftigen ankämen. Mit einem Flyer soll „Plan B“ nun flächendeckend bekannt gemacht werden, auch bei Vereinen und Verbänden, denn, wie Haag meinte, „wird es sicher eine Weile dauern, bis sie diese Zuschussmöglichkeit entdecken“.

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