Hospizverein investiert viel Zeit und Herzblut ins neue AllgäuHospiz

Aktueller Planungsstand

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Modell des künftigen AllgäuHospiz.

Kempten/Allgäu – „Im vergangenen Jahr haben der Hospizverein und die Verantwortlichen des AllgäuHospiz viel Zeit und Herzblut aufgewendet, um die Planung für das neue und erweiterte Hospiz in Kempten voranzutreiben!“ So beschrieb Josef Mayr, der Vorsitzende des Hospizvereins Kempten – Oberallgäu e.V., auf der Jahreshauptversammlung die Tätigkeit des Vorstands im Jahr 2015.

Die Mitglieder des Vereins sahen erstmals den Stand der Vorplanung. Architekt Stefan Walter erläuterte die verschiedenen Phasen der Planung und die vorläufigen Entwürfe. Bisher liegen noch keine belastbaren Zahlen vor und die Planung steht unter Finanzierungsvorbehalt.

„Das AllgäuHospiz ist eines der größten Projekte in Kempten, das von Ehrenamtlichen mitgetragen wird“, erklärte Mayr, der auch dritter Bürgermeister von Kempten ist. Doch welches Motiv bewegt Ehrenamtliche, diese große Verantwortung zu übernehmen? Die Gesellschaft erlebe einen tiefgreifenden kulturellen und demographischen Wandel, so der Vorsitzende. Bereits vor 23 Jahren habe sich die Region für eine ambulante hospizlich-palliative Versorgung entschieden, mit dem Ziel, auch die stationäre Versorgung zu sichern. Dieses Ziel konnte vor 13 Jahren mit der Fertigstellung des AllgäuHospiz erreicht werden. Seitdem trägt die Hospizfamilie, das sind Verein, stationäres Hospiz, die Stiftung und die Freunde des AllgäuHospiz die Verantwortung für diese gesellschaftliche Aufgabe. Jeder kann in die Lage kommen, die Hilfe der Hospizfamilie zu benötigen. „Es ist immer wieder schmerzhaft, wenn dann Menschen aus Platzgründen nicht aufgenommen werden können“, sagte der Vorsitzende. Im Jahr 2015 war das 39 Mal der Fall. Susanne Hofmann, Leiterin des AllgäuHospiz, berichtete, dass bereits in diesem Februar dringend 16 Betten nötig gewesen wären.

Die Bedeutung der Aufgabe und die breite Unterstützung spiegelt sich in steigende Mitgliederzahlen wieder. Von 2014 mit 657 Mitgliedern stieg die Zahl bis Ende 2015 auf 689 Mitglieder, die Zahl der Ehrenamtlich aktiven Hospizbegleiter stieg von 103 auf 107.

Im Rückblick auf das Jahr 2015 nannte Mayr den Start der gemeinsamen Aktion von 16 Service-Clubs in Kempten und im Oberallgäu ein „Leuchtturmprojekt“. Die Clubs wollen mit Ihren Aktionen die Finanzierung der Einrichtung von 16 Gästezimmern zu sichern. 100.000 Euro seien bereits gesichert.

Mit Ausblick auf das kommende Jahr sagte der Vorsitzende, dass sich der Verein weiterhin der Aufgabe stellt, Menschen auf ihrem letzten Weg zu begleiten und die ambulante und stationäre hospizliche Versorgung zu sichern, um die letzte Lebensphase würdevoll und so schmerzfrei wie möglich zu gestalten.

Entscheidend sei nun, möglichst viele Unterstützer für das Vorhaben zu gewinnen und die Tätigkeit der Hospizfamilie bekannter zu machen. Die Service-Clubs hätten einen großartigen Beitrag geleistet. Nun baue der Verein auf die Unterstützung durch Firmen und Private, damit der Verein das Anliegen in den kommenden Gesprächen mit Stadt, Landkreis, Bezirk und Land nachdrücklich vertreten kann.

Als Höhepunkte für das Jahr 2016 kündigte Mayr den Bayerischen Hospiz- und Palliativtag am 4. Juni 2016 an. Zeitgleich werde beim Tag der Musik in Kempten für den Neubau gesammelt. Beim Baustellenfest im Herbst werde die Aktion der Service-Clubs abgeschlossen und als neue Aktion zur Mobilisierung der Öffentlichkeit der Verkauf von Bausteinen starten. kb

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