Keine Ausschreitungen

Friedliche Demo gegen NPD

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Vertreter von SPD, Grünen und Gewerkschaften kehren nach der NPD-Kundgebung den „braunen Dreck“ vom Residenzplatz.

Kempten – Pfiffe und „Nazis raus“-Rufe waren am Dienstagvormittag auf dem Residenzplatz zu hören. Rund 40 Politiker und Bürger versuchten so die Kundgebung der NPD zu übertönen, die parallel stattfand. Auch die Polizei war mit einem größeren Aufgebot im Einsatz, eingreifen musste sie jedoch nicht.

Im Anschluss an die Kundgebung kehrten Vertreter von SPD, Grünen und den Gewerkschaften den Platz mit Besen symbolisch wieder vom „braunen Dreck“ frei.

Gegen 9.25 Uhr trafen die 12 Vertreter der NPD mit einem Lkw und zwei VW-Bussen auf dem Residenzplatz ein. Die Kundgebung begann rund eine halbe Stunde später. Hauptredner war Holger Apfel, Bundesvorsitzender der NPD. Gut zu verstehen war Apfel allerdings nicht, da über 40 Gegendemonstranten vor dem von der Polizei abgesperrten Bereich lautstark mit Buh-Rufen und Trillerpfeifen ihren Unmut über die Veranstaltung kund taten. NPD-Sympathisanten waren übrigens nicht anwesend. „Das war das Beste heute, dass von denen keiner da war“, sagte Grünen-Stadträtin Erna-Kathrein Groll gegenüber dem Kreisboten. Gegen 10.30 Uhr war die Kundgebung beendet und die NPDler fuhren weiter nach Kaufbeuren.

Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West war bei der Kundgebung mit einem größeren Aufgebot vertreten. „Wir sind mit einer hohen zweistelligen Anzahl an Polizisten hier“, sagte Robert Graf von der Pressestelle des Polizeipräsidiums. Die genaue Stärke wollte er nicht verraten, aber „wir müssen auf alle Eventualitäten vorbereitet sein“. Eingreifen mussten die Beamten jedoch nicht, es verlief alles friedlich. „Am Anfang mussten wir lediglich die Lautstärke der Mikrofone bei der NPD-Kundgebung regulieren, dies wurde jedoch befolgt, es gab keine Probleme“, so Graf.

Nach der Kundgebung kamen Vertreter der Kemptener SPD, der Grünen und der Gewerkschaften IG Metall, ver.di und der DGB-Jugend zum Residenzplatz und befreiten diesen mit Besen „vom braunen Dreck“. „Wir machen Kempten wieder sauber“, rief die SPD-Landtagskandidatin Ilona Deckwerth durch ein Megafon. „Der braune Dreck darf nie wieder Einzug in unser Land erhalten“, meinte Manfred Heeb von ver.di Allgäu und appellierte an die wenigen herumstehenden Bürger: „Helfen Sie uns den braunen Dreck wegzukehren.“

Melanie Läufle

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