Josef Miller und Thomas Kreuzer zu Gast im (Handi-) CAP-Markt

"Eine sehr gute Nachricht"

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Im modernen CAP-Markt mit Vollsortiment in Betzigau gibt es auch einen separaten Verkaufsbereich mit regional hergestellten Produkten aus dem Allgäu. (v.li.) Bürgermeister Roland Helfrich, Josef Leicht, Vorsitzender Verein Körperbehinderte Allgäu, Josef Miller, MdL a.D. und Staatsminister a.D., Thomas Kreuzer, Vorsitzender der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, Marktleiter Werner Horak und Reinhold Scharpf, Geschäftsführer der Körperbehinderte Allgäu gGmbH.

Betzigau – Wer bisher im Kemptener Osten und den angrenzenden Gemeinden Betzigau, Börwang oder Wildpoldsried zu einem Nahversorger wollte, den verschlug es in der Regel zu einem großen Verbrauchermarkt nach Lenzfried. Seit März diesen Jahres aber gibt es eine erstklassige Alternative. In Betzigau eröffnete im Frühjahr der CAP-Verbrauchermarkt, ein Markt in dem sowohl sechs Menschen mit wie ohne Behinderung gemeinsam beschäftigt sind.

Dieser Integrationsbetrieb, mit seiner Verkaufsfläche von 650 Quadratmetern auf dem rund 8500 verschiedene Artikel angeboten werden und der zentral in Sichtnähe der Durchgangsstraße in Betzigau liegt, ist der insgesamt 105. Markt dieser Art in ganz Deutschland und der erste im Oberallgäu. Zu kaufen gibt es all das, was es woanders auch gibt, u.a. Obst und Gemüse, Käse und Wurst, Getränke aller Art, Hygieneartikel oder Haushaltswaren. In einem separaten Bereich des Marktes werden regionale Erzeugnisse aus dem Allgäu angeboten.

Der CAP-Markt überzeugt durch seine breiten Gänge, eine übersichtliche Beschilderung und seine gute Ausleuchtung. Für Menschen mit Sehschwäche im Nahbereich sind kleine Lupen an den Einkaufswägen angebracht. Damit auch Menschen mit Gehbehinderung problemlos durch die Regale des Marktes kommen, wird darauf geachtet, dass die Gänge nicht durch Kisten und Kartons versperrt sind. Geliefert werden die Waren des CAP-Marktes vom Branchenriesen EDEKA. Wer Semmeln fürs Frühstück oder einen Snack für die Mittagspause braucht, der findet reiche Auswahl im angegliederten Backshop.

Im Inklusionsbetrieb läuft ansonsten alles so, wie man es von anderen Verbrauchermärkten kennt. Auch das Arbeitsklima ist ausgezeichnet. „Mit unseren Kollegen und Kolleginnen mit körperlicher Beeinträchtigung haben wir ein ganz normales Verhältnis und deren Behinderungen nehmen wir nach ein paar Monaten Betrieb eigentlich gar nicht mehr wahr“, so weiß es eine Mitarbeiterin zu berichten.

Nun besuchte Josef Miller, Vorstandsvorsitzender der Landesstiftung Bayern und Staatsminister a.D., gemeinsam mit Thomas Kreuzer, Vorsitzender der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, den CAP-Markt in Betzigau. Auf ihrer Sitzung vom 9. Mai 2016 hatte die Bayerische Landesstiftung beschlossen, den CAP-Markt mit 125.000 Euro finanziell zu unterstützen.

Nun kamen Miller und Kreuzer, denen Inklusionsprojekte dieser Art in ihrer Heimat sehr am Herzen liegen, nach Betzigau, um den Verbrauchermarkt selbst in Augenschein zu nehmen und sich über Erfolg oder Nicht-Erfolg zu informieren. Aus Betzigau konnten die beiden nur gute Kunde vernehmen, denn mit dem Bau des CAP-Marktes wurde eine Grundversorgung mit Lebensmitteln am Ort gesichert und für schwerbehinderte Menschen sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze geschaffen.

Viele zufriedene Kunden hat der Markt schon gefunden, nicht nur aus Betzigau sondern auch aus den umliegenden Gemeinden. So konnte Miller dann auch stolz zusammenfassen: „Der Markt ist nun mehr als ein viertel Jahr in Betrieb. Soviel lässt sich heute inzwischen sagen: Der Betrieb ist sehr gut angenommen worden. Eine sehr gute Nachricht!“ Dabei waren die Verantwortlichen wie Betzigaus Bürgermeister Roland Helfrich, Josef Leicht, Vorsitzender des Vereins Körperbehinderte Allgäu, und Reinhold Scharpf, Geschäftsführer der Körperbehinderte Allgäu, vom Erfolg des Projektes so überzeugt, dass sie die Baumaßnahme mit einer vorzeitigen Maßnahmenzustimmung errichtet haben und mit dem Bau bereits fertig waren, bevor die eigentliche Genehmigung eintraf.

Jörg Spielberg

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