"Positive Resonanz"

Beim „Markt der Meinungen“ konnten die Kemptener Bürger ihre Ideen für die Hildegardplatz unter anderem direkt an OB Dr. Ulrich Netzer (rechts) weitergeben. Archiv

Die beim „Markt der Meinungen“ gesammelte große Bandbreite an unterschiedlichen Gedanken und Vorschlägen zur Umgestaltung des Hildegardplatzes präsentierte Baureferentin Monika Beltinger am Dienstagabend im Bauausschuss. Insgesamt rund 16 Stunden haben sie, OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) und Tiefbauamtsleiter Markus Wiedemann an vier verschiedenen Tagen auf dem Hildegardplatz verbracht, um die verschiedensten Ideen und Vorschläge der Bürger zu sammeln. Schwerpunktthemen waren Verkehrsführung, Parkplätze, Brunnen, Pflasterung, Bäume und Sitzgelegenheiten. Aus den Anregungen der Bürger sollen noch heuer in einem Workshop mit Fachplanern verschiedene Varianten zur Umgestaltung ausgearbeitet und anschließend der Öffentlichkeit vorgestellt werden.

„Der 'Markt der Meinungen' war sehr interessant und anregend und die Resonanz der Bürger war sehr positiv“, erläuterte Monika Beltinger. Auf einer Tafel konnten die Kemptener ihre Vorschläge notieren, anhand eines Modells direkt ausprobieren und weitere Ideen wurden durch Skizzen und Pläne dokumentiert. Die Möglichkeit, Anregungen per E-Mail einzusenden wurde laut Beltinger ebenfalls gut angenommen. „Das Engagement der Bürger war sehr groß“, lobte die Baureferentin. Die Verwaltung hat nun versucht, die insgesamt über 200 eingereichten Beiträge in fünf Kategorien zu unterteilen. „Die Schwerpunktthemen der Kemptener waren sehr ähnlich“, meinte Beltinger. Kirchengänger hätten im Großen und Ganzen die gleichen Wünsche wie Marktbesucher. Verkehrsführung/Parkierung: Etliche Bürger wünschen sich eine Platzneugestaltung entsprechend den Plänen zum Bürgerentscheid. Die bisher vorgeschlagene Verkehrsführung begrüßten viele Kemptener. Andere regten dagegen eine Einbahnregelung auf dem Platz unter Einbeziehung der Poststraße an. Allerdings müssten dann auch Busse und Schwerverkehr über den Knotenpunkt Poststraße/Salzstraße fahren, was aufgrund der Kurven problematisch ist. „Das muss noch geprüft werden“, erläuterte die Baureferentin. Ein wichtiges Thema waren auch die Anzahl der Parkplätze. Vielfach schlugen Bürger die Erweiterung der Parkplätze durch beidseitiges Parken oder direkt auf dem Platz vor. Einige plädierten auch für eine flexible Parkanordnung auf dem Platz. Brunnen/Schlangenbach: Ein Großteil der Kemptener wünscht sich einen attraktiven Marktbrunnen (nach historischen Vorbildern) mit Trinkwasserqualität. Die Weiterführung des Schlangenbachs wurde ebenfalls mehrfach angeregt. Pflasterung: Bei der Oberflächenbefestigung geht es den meisten Bürgern um eine gute Begehbarkeit zum Beispiel durch großformatige Pflasterplatten mit geschlossenen Fugen. Farbige Natursteine und verschiedene Verlegemuster liegen ebenfalls hoch im Kurs. Grünanlagen/Bäume: Zu diesem Thema gab es viele Gestaltungsvorschläge. Es überwiegt jedoch der Wunsch nach einer gut wahrnehmbaren, schattenspendenden Begrünung. Das geplante Baumquartier wurde oftmals kritisiert und dafür mehr Einzelbäume und eine Baumallee vorgeschlagen. Sitzgelegenheiten/Gastronomie: Viele Bürger wünschen sich vielfältige Sitzgelegenheiten unter schattenspendenden Bäumen. Feste Marktstände, Gastronomie auf dem Platz und einzelne Spielpunkte zur weiteren Belebung regten die Kemptener ebenfalls an. Platz zum Wohlfühlen Wie Beltinger erklärte, sollen die Anregungen, Wünsche und Ideen der Bürger nun in den Planungsprozess integriert werden. Dabei sei es wichtig, den Platz so zu gestalten, dass er einerseits funktionalen und städtebaulichen Qualitätsanforderungen entspricht, und sich die Kemptener andererseits dort wohlfühlen. Um dies zu erreichen, sollen die unterschiedlichen Lösungsansätze fachlich bearbeitet und aufbereitet werden. Zeitnah, im Dezember, wird daher noch ein Workshop mit einem größeren Kreis an Fachplanern stattfinden. Dabei werden Varianten ausgearbeitet, die anschließend der Öffentlichkeit präsentiert werden. „Es war richtig, die Bürger nochmal ins Boot zu holen“, unterstrich Siegfried Oberdörfer (SPD). Auch CSU-Fraktionschef Erwin Hagenmaier bezeichnete den „Markt der Meinungen“ als richtigen Weg. „Aufgrund des Straußes an Vorschlägen drängt jetzt die Zeit, wenn die Pläne vorzeitig umgesetzt werden sollen“, betonte er. Oberdörfer wies jedoch darauf hin, dass man jetzt nicht „hudla“ sollte, „der Bürger soll sich auf dem Platz wohlfühlen“. Herbert Karg (FW) ist ebenfalls froh, dass sich die Kemptener nochmals aktiv und konstruktiv mit einbringen konnten. Grünen-Fraktionschef Thomas Hartmann freute sich, dass durch die Klärung der Tiefgaragen-Frage an Gestaltungsfreiheit gewonnen wurde.

Meistgelesene Artikel

Ausblick und Austausch

Kempten – Knapp 200 Repräsentanten der verschiedenen Bereiche des Lebens in Kempten versammelten sich am Dienstagabend in der Schrannenhalle des …
Ausblick und Austausch

Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kempten – Am Donnerstagnachmittag vergangener Woche eskalierte ein Streit zwischen einem Pärchen, in dessen Verlauf der Mann offenbar versuchte seine …
Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Wirtschaftlicher Erfolg durch Ökologie

Kempten – Dem selbstsicheren, ruhig auftretenden und entspannt schwäbelnden Oberbürgermeister von Stuttgart, Fritz Kuhn, gelang es beim …
Wirtschaftlicher Erfolg durch Ökologie

Kommentare