Das Projekt nimmt Fahrt auf

Mit Ungeduld hatten die Gemeinderäte auf die weitere Planung in der südlichen Altstadt gewartet. In der Gemeinderatsitzung vergangene Woche war es soweit: Claus Fehr, Leiter des städtischen Fachbereiches Bauen, Immobilien und Wirtschaft, und Sonja Rube, Geschäftsführerin der USP Projekte GmbH, informierten die Gemeinderäte über die aktuellen Pläne.

Rube, die sich seit langem mit Stadtplanung und dem „Neuen Stadttor“ befasst, erläuterte die bisherigen Neuplanungen. Die Zahlen der für dieses Gebiet notwendigen Parkplätze im Falle einer Bebauung mit Wohnungen und Geschäftsräumen bezeichnete sie als realistisch. Das ist nicht neu, denn das war der Grund für die große, in diesem Bereich vorgeschlagene, Tiefgarage. Inzwischen wird allerdings an eine Dezentralisierung der Stellplätze gedacht. Im Anschluss an die Erläuterungen von Sonja Rube wurde ein neues Parkkonzept vorgestellt. Es ist auf alle Fälle geplant, die sogenannte 1A-Lage in Richtung Obertorstraße zu verlängern. An diesem Punkt ergriff der seit vielen Jahren mit Isnyer Bauvorhaben und Städteplanung spezialisierte Roland Groß das Wort. Seine Planungsunterlagen und die Ergebnisse des Architekturwettbewerbs waren bisher Grundlage aller Diskussionen. Bei einigen Gemeinderäten machte sich jedoch Unmut bemerkbar. Hans-Jörg Hübner (SPD) brachte es zur Sprache: „Die Stadt ist ein Lebensraum. Was hier vorgestellt wird gehört doch eigentlich auf die Müllhalde der Geschichte.“ Für ihn ist der Mensch und nicht das Auto im Mittelpunkt der Planung. „Ob in 20 Jahren noch die gleichen Mobilitätsbedingungen tonangebend sind wie heute steht doch überhaupt nicht fest.“ Claus Fehr stellte anschließend den weiteren Zeitplan vor, damit Bewegung in die Planung kommt. Am 28. März findet die Vorstellung der interessierten Investoren statt. Die Philosophie und erste Umsetzung der Quartiersbildung werden dabei angesprochen. Am 18. April folgt die Auswahl mit voraussichtlich zwei Investoren. Die müssen mindestens zwei Architektenentwürfe von verschiedenen Büros vorlegen und jeweils ein Nutzungskonzept unterbreiten. Noch vor der Sommerpause, am 25. Juli, ist die Vorstellung der Architektenent- würfe geplant und sofort nach der Sommerpause wird festgelegt, welcher der Investoren den Zuschlag erhält. Daneben sind noch eine ganze Reihe von gleichzeitig laufenden Aktionen vorgesehen. Gespräche mit dem Landesdenkmalsamt, Grabungen, Festlegung von Eckpunkten der Planung und weitere Baugrunduntersuchungen stehen außerdem an. Vor allem die Öffentlichkeitsarbeit wird dann eine große Rolle spielen. Eine Bürgerversammlung soll ebenfalls stattfinden und ferner sind sondierende Gespräche auf allen Ebenen sind notwendig. Claus Fehr ist allerdings guter Dinge. Seiner Meinung nach kommen in diesem Jahr gravierende Entscheidungen auf die Stadt zu und „nichts, aber auch gar nichts“ soll ohne die Bürgerschaft über „die Bühne“ gehen, betonte er. Gemeinderat Gebhard Mayer, (FW), war mit der Auflistung zufrieden und wünschte der Stadt für den weiteren Verlauf der Verhandlungen viel Erfolg.

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