Projekttag für Schüler Kemptener Mittelschulen

"Handwerk wanted!"

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Die Schüler der Jahrgänge 8 und 9M der Kemptener Mittelschulen konnten an rund 20 Handwerkerstationen selbst Hand anlegen und sich in verschiedenen Gewerken ausprobieren.

Kempten/Sulzberg – „Es gibt nichts Gutes außer man tut es.” – das ist in etwa das Motto der Aktion „Wanted Handwerk! Azubi heute – Unternehmer morgen” der Kreishandwerkerschaft Kempten in Zusammenarbeit mit der Stadt Kempten und anderen privaten Sponsoren. Grundgedanke der Aktion ist und wird es zukünftig sein, junge Menschen aus den Jahrgangsstufen 8 und 9M bayerischer Mittelschulen im Zu- ständigkeitsbereich Kempten zu einem Projekttag kurz nach Ende der Sommerferien einzuladen.

An diesem sollen die jungen Leute verschiedene Gewerke des Handwerks hautnah erleben sowie erspüren können und somit einen ersten praxisorientierten Kontakt zum Ausbildungsträger Handwerk erhalten. Im Vorfeld werden die Schülerinnen und Schüler an ihren Schulen auf die Anforderungen der jeweiligen Handwerksberufe intensiv vorbereitet. Dabei sollen die Stärken und Schwächen jedes Einzelnen ausgelotet werden und mit den Anforderun- gen in den verschiedenen Berufsfeldern synchronisiert werden. Jeder Schüler erhielt im Vorfeld des Projekttages die Möglichkeit, eine „Wunschberufeliste” zu erstellen.

In der vergangenen Woche war es dann soweit. Der Projekttag der Kreishandwerkerschaft Kempten konnte auf dem Betriebsgelände der Schreinerei Bechteler in Sulzberg durchgeführt werden. Insgesamt beteiligten sich circa 20 verschiedene Handwerksbetriebe und rund 380 Schülerinnen und Schüler nahmen am Projekttag teil. Dabei erhielt jeder und jede einen Laufzettel auf dem drei abzuleistende Stationen aufgeführt waren. Dort nahmen die Schüler an einer jeweils 45 Minuten andauernden Unterweisung in das individuelle Berufsfeld teil und hatten die Gelegenheit eine typische Arbeit des betreffenden Berufes unter Zuhilfenahme typischer Werkzeuge auszuprobieren. Ziel sollte die Erstellung eines kleinen Werkstückes sein, welches die Schüler mitnehmen konnten. So wurden unter anderem beim Steinmetz Steinplatten behauen, geschliffen und poliert, beim Automechaniker Zündkerzen gewechselt, beim Heizungsbauer Kupferrohre gebogen, bei den Floristen Blumengestecke angefertigt und beim Maler Platten grundiert und gestrichen. So konnte Berufspraxis hautnah erlebt werden.

„Viele junge Menschen drängt es heute an weiterführende Schulen und später an die Hochschulen, dabei bietet das Handwerk exzellente Aufstiegschancen und schafft durch die Unmittelbarkeit des Geschaffenen eine hohe Zufriedenheit bei den Ausübenden“, findet Kemptens Zweite Bürgermeisterin Sibylle Knott. „Was ist schlimmer als in einem Beruf zu arbeiten, der einen langweilt und nicht befriedigt. Das Handwerk bietet soviel spannende Möglichkeiten sich beruflich auszuleben und zu entwickeln, so dass wir uns als Stadt Kempten im Rahmen unseres Projektes ‘Zukunft bringt's’ an der Aktion der Kreishandwerkerschaft gerne beteiligt haben”, fügt Knott hinzu. Ihr Stadtratskollege und Kreishandwerksmeister Hans Peter Hartmann stimmt ihr zu: „Die jungen Leute bekommen an solch einem Projekttag einen hervorragenden Einblick in die verschiedenen Gewerke. Das ist wichtig, da sie sich dadurch gezielter für die sie vorgesehenen schulischen Praktika entscheiden können.”

Laut Lehrplan ist jeder Schüler der Jahrgangsstufe 8 und 9M dazu verpflichtet in diesen Schuljahren zwei bis drei Betriebspraktika von jeweils einer Woche abzuleisten. „Damit die jungen Leute hierfür Informationen erhalten, welche Berufsfelder für sie passend sind, dafür haben wir diesen Projekttag ins Leben gerufen”, sagen unisono Annette Feiersinger und Ute Esfeld, die mit viele Engagement und Herzblut diesen Projekttag organisiert und umgesetzt haben. Betrachtete man die sehr aktiven und wissenshungrigen Jugendlichen an den Stationen, fiel es leicht sich den ein oder die andere als zukünftigen Schreiner, Elektroniker, Maurer, Frisörin, Ofenbauer, Fliesenleger oder Floristin o.a. vorzustellen. „Wanted Handwerk!” – ein großer Erfolg.

Jörg Spielberg

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