Qualität schwarz auf weiß

Die Qualität des Bezirkskrankenhauses Kempten ist jetzt nach DIN-Norm zertifiziert. Zwei Jahre lang hat die Belegschaft daran gearbeitet, das Krankenhaus für die strenge Prüfung der Auditoren auf Vordermann zu bringen. Nun gelte es, das Qualitätsniveau zu halten. „Qualitätsmanagement ist eine Gemeinschaftsaufgabe“, erklärte der ärztliche Direktor des Klinikums, Prof. Peter Briegel, im Rahmen einer Feierstunde am vergangenen Donnerstag.

Die Zertifizierung komme ursprünglich aus der Wirtschaft, erklärte Thomas Düll, der Vorstandsvorsitzende der Bezirkskliniken Schwaben. Ein Qualitäts-Zertifikat soll dort sicherstellen, dass nicht das Produkt, sondern der Kunde zur Firma zurück kommt. Auf das Krankenhaus umgemünzt bedeute das: „Unsere Leistung muss so gut sein, dass der Patient uns nicht mehr oder nicht mehr lange benötigt. Wenn doch, dann sollte er wieder zu uns zurück kommen.“ Andere Krankenhäuser des Kommunalunternehmens wie die in Augsburg, Memmingen oder Kaufbeuren seien bereits zertifiziert. Günzburg soll folgen. Gleichzeitig mit Kempten erhielt auch die Tagesklinik Lindau das Zertifikat. Eines dürfe die Belegschaft jedoch nicht vergessen: „Nach der Zertifizierung ist vor der Re-Zertifizierung“, so Düll. Im März 2007 habe die Firma E-Consult begonnen, den Ist-Zustand festzuhalten, ließ Oberärztin Dr. Barbara Marzelli den Beginn des Qualitätsmanagements Revue passieren. Sie ist zusammen mit Diplom-Pflegewirt Michael Rauch Qualitätsmanagementbeauftragte (QMB). „Die Arbeit zeigte uns Bereiche des Hauses, die sonst nicht zu unserer Arbeit gehören“, erklärte sie. Nachdem dann ein Maßnahmenkatalog stand, seien auch schon erste Fehler ans Tageslicht gekommen, die es zu beheben galt. Personelle Engpässe hätten die Arbeit aber immer wieder stocken lassen. „Es gab auch Momente, da verließ und der Mut“, erinnerte sie. Dass die Zertifizierung vom vergangenen Sommer nun auf Februar verschoben wurde, sei ihnen entgegen gekommen, so Marzelli. Positiv sei auch, dass die Tagesklinik Lindau das Projekt eigenständig aufgegriffen habe. Bessere Vernetzung „Wir haben noch viel zu tun“, meinte ihr QMB-Kollege Rauch. Die nächste Überprüfung, ein so genanntes Überwachungs-Audit, stehe bereits in acht Monaten an. Jetzt, da Kempten auch das Zertifikat habe, verspreche er sich eine bessere Vernetzung mit den übrigen Kliniken in Schwaben. Nicht alles nur nach Buchstaben umzusetzen, sondern praxisorientiert, riet der unabhängige Auditor Harald Lindner. „Das schönste Zertifikat verkommt zur seelenlosen Technokratie“, meinte Thomas Düll, „wenn nicht auch die menschliche Seite hin und wieder aufblitzt, und sei es nur durch ein Lächeln“.

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