Rauf statt runter

Im Rahmen der Reihe „FDP vor Ort“ in der Stift-Gaststätte hat die FDP-Stadtratsfraktion vergangene Woche eine alte neue Variante in den Ring geworfen und eine entsprechende Prüfung durch die Verwaltung beantragt. Damit wollen die Liberalen untermauern, dass der offensichtlich seitens der politischen Mehrheit favorisierte Bau einer Tiefgarage (der KREISBOTE berichtete) nicht der Weisheit letzter Schluss sein muss.

In einem Parkhaus mit 98 Stellplätzen in der Prälat-Götz-Straße sehen die FDP-Stadträte Ullrich Kremser, Bruno Steinmetz und Dr. Dominik Spitzer eine sinnvolle Alternative. Bereits vor sechs Jahren sei solch ein Projekt auf dem Parkgelände neben dem Meckatzer-Engel mit Planungen mehrerer Architekten „ganz intensiv in Diskussion gewesen“, erinnerte Ilse Roßmanith-Mitterer, Vorsitzende der Stiftstadtfreunde. Allerdings wurden die Pläne seinerzeit verworfen. Anhand zweier Planskizzen erklärte Steinmetz die Möglichkeit für sieben sich überlagernde Etagen. Das Parkhaus werde das Niveau der oberhalb liegenden Fürstenschule nur um einen Meter überragen, wobei Teile der Dachfläche möglicherweise als Grünbereich von der Schule genutzt werden könnten. „Wenn die Verwaltung die Überlegungen bis zur Stadtratssitzung prüft“, könne die Alternative zumindest berücksichtigt werden, zeigte er sich optimistisch. Mittels alter Medienberichte machte Spitzer deutlich, dass die Tiefgarage am Hildegardplatz von den Bürgern bereits 1999 sehr eindeutig „nicht für notwendig angesehen“ wurde und daraufhin von der Tagesordnung verschwand. FDP-Bundestagsmitglied Stephan Thomae verwies darauf, dass 100 Tiefgaragenplätze nicht gleich gut angenommen würden wie 100 oberirdische. „Nutzer parken nicht jetzt oben für 50 Cent und später für 1,50 Euro unterirdisch“. Als „qualitative Verschlechterung“ bezeichnete Ralf Oberbauer von der St.-Lorenz-Apotheke die Garage. Ein Jahr lang habe er die „schnelle Fluktuation“ auf dem Platz beobachtete und festgestellt, dass er „nur voll ist“, wenn der Parkplatz in der Königstraße gerade geschlossen ist, ab 19 Uhr, wenn es nichts mehr koste, oder am Sonntag während des Gottesdienstes. Parksystem fehlt Ödp-Stadtrat Helmut Hitscherich sah das Grundproblem weniger in mangelndem Parkraum als vielmehr im lückenhaften Parkleitsystem der Stadt. Ein Teilnehmer ging noch weiter und verurteilte die gesamte Verkehrsführung als „schlimm“. „Es ist hanebüchen, was ich hier sehe“, plädierte er für „eine klare Denke“ von Grund auf. „Wieder so eine Fehlplanung wie am Rathausplatz“ befürchtete Oberbauer nun für den Hildegardplatz. Dort seien für fünf bis sechs Lokale, die den sonst monatelang leeren Platz nur an den wenigen Sommerabenden füllten, „20 Geschäfte aus dem Nahversorgungsbereich geopfert“ worden. Wie mindestens fünf andere Geschäfte am Hildegardplatz auch, werde er im Fall des Tiefgaragenbaus „dicht machen“. Daran, dass es gegebenenfalls ein Bürgerbegehren – „und zwar ein gewaschenes“ – geben werde, lies Hitscherich keinen Zweifel.

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