Raus aus dem Schattendasein

Dem Schattendasein der Burghalde haben die Kemptener Altstadtfreunde den Kampf angesagt. Einige Vorstandsmitglieder haben nun den Ort näher unter die Lupe genommen und, wie Vorsitzender Dietmar Markmiller es nannte, den „Handlungsbedarf festgestellt“.

„Nichts zu beanstanden“ hatten sie, abgesehen von der zugewachsenen Aussicht auf Stiftstadt und Basilika, am nördlichen Teil des Geländes. Weniger Freude bereitet dagegen der „gammelige Eindruck“ des Hauptaufganges mit Schilderwald, schäbigem Schaukasten und Geländer, das, so Markmiller, auch „nicht gerade das stabilste ist“. Annette Rampp fügte der Wunschliste einen Hinweis für den südlich gelegenen barrierefreien Aufgang zur Burg an. Insgesamt verbesserungswürdig sei die Pflege der ganzen Anlage, waren sich die Vorstände einig. Als wenig attraktiv landeten so die schmierig-glatten Wege, auf denen noch das Laub des Vorjahres klebe, der desolate Zustand des Geländers sowie der ungepflegte Gedenkbrunnen und bröckelnde Mauerabschnitte auf der Mängelliste. Alle Aufgänge müssten „auf Verkehrssicherheit überprüft“ und zumindest beim „Aufgang Ost auch das Gebüsch zurück geschnitten werden“, so Markmiller. Für die verwaisten Kassenhäuschen könne er sich möglicherweise eine Nutzung im Rahmen des Museumskonzeptes für Hinweise auf die musealen Einrichtungen der Stadt vorstellen, schlug er vor. Unvermeidliches Thema auch die an vielen Stellen von der üppigen Vegetation in Beschlag genommenen Aussichtspunkte. Kemptens Kulturamtsleiter Dr. Gerhard Weber verwies auf die Existenz eines Sichtachsenplanes, der lediglich „jährlich aktualisiert werden müsste, um wieder zugewachsene Achsen freizulegen“. An den ausgewählten Aussichtspunkten sollen nach Wunsch der Altstadtfreunde Panoramakarten auf markante und historische Gebäude im Sichtfeld hinweisen. Anklang fand auch die Idee, die in die Jahre gekommenen Teerflächen des Burggeländes durch ein charakterlich besser passendes Kopfsteinpflaster zu ersetzen. Weiters wurde eine Infotafel zur Historie des Brunnens im Bühnenbereich angeregt. "Viel Potenzial" Die Beleuchterhäuschen seitlich der Sitzreihen seien zwar „theoretisch noch nutzbar“, genügten aber den Ansprüchen heutiger größerer Bühnenproduktionen nicht mehr, klärte Stefan Schaller seine Vorstandskollegen auf. Für die von Markmiller angedachten Auftritte von Nachwuchsbands könnten sie jedoch Verwendung finden. „Viel Potential“ sah Weber im Gastrobereich auf der Burghalde. Da es, so der Vereinsvorsitzende, sinnvoll sei, „die Gastronomie entsprechend einzubinden“ sobald das Gesamtkonzept stehe, suchte die Delegation auch gleich das Gespräch mit Klaus Seitz, der dort seit 18 Jahren Gäste bewirtet. Dieser begrüßte die Initiative der Altstadtfreunde, die Burghalde zum Naherholungsort für Kemptener zu machen und signalisierte am gleichen Strang mitziehen zu wollen. ct

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