Razzia bei Recycling-Firmen

Staatsanwaltschaft, Polizei und Umweltamt haben nach eigenen Angaben am vergangenen Donnerstag zwei Kemptener Recyclingfirmen durchsucht und dicht gemacht. Dem 49 Jahre alten Geschäftsführer wird vorgeworfen, durch unsachgemäße Lagerung und Verarbeitung von Altfahrzeugen und Altgeräten und durch nicht beseitigte Baumängel den Boden und das Grundwasser verunreinigt zu haben.

Beide Firmen, eine wurde 2001 mit dem Umweltpreis der Stadt ausgezeichnet, befassen sich laut den Ermittlern unter anderem mit der Verarbeitung von Altfahrzeugen und Altkühlgeräten für die Wiederverwertung oder Entsorgung und haben die hierfür erforderlichen Genehmigungen. Durch die Versäumnisse der Geschäftsführung bestehe aber mittlerweile der Verdacht, dass in Folge dieser Verstöße Chemikalien wie beispielsweise Mineralölkohlenwasserstoffe, Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) sowie leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe (LHKW) in Boden, Luft und Grundwasser gelangten. Dieser Verdacht entstand aufgrund der Kontrollen durch das Amt für Umwelt und Naturschutz der Stadtverwaltung sowie eines anonymen Hinweises. Das Amt für Umwelt und Naturschutz erstattete daraufhin Anzeige. Bei der Durchsuchung des Geschäftsgeländes sowie der Firmengebäude wurden umfangreiche Geschäftsunterlagen sichergestellt. Darüber hinaus erfolgte durch einen von der Staatsanwaltschaft beauftragten Sachverständigen die Entnahme von Luft-, Boden- und Gewässerproben. Aufschluss über das Ausmaß der Verschmutzung werden die Untersuchung der Proben sowie die Auswertung der Geschäftsunterlagen erbringen. Derzeit liegen keine Erkenntnisse darüber vor, dass durch die Verunreinigungen eine konkrete Gefährdung der Bevölkerung bestand.

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