JaS für Realschulen

Die Jugendsozialarbeit an Schulen (JaS) in Kempten wird weiter ausgebaut – dieses Mal an Realschulen. Sowohl an der Staatlichen als auch an der Städtischen Realschule ist jeweils eine halbe Vollzeitstelle für die JaS geplant, berichtete Thomas Baier-Regnery, Leiter des Amts für Jugendarbeit, vergangene Woche im Jugendhilfeausschuss. Das Gremium segnete die Pläne einstimmig ab und gab so grünes Licht für die Beantragung der Stellen bei der Regierung von Schwaben.

Baier-Regnery zufolge haben Realschulen eine „sehr komplexe Schülerschaft“. Es gibt welche, die auch auf die Mittelschule gehen könnten und welche, die auch fürs Gymnasium geeignet wären. „Deshalb sehen die Schulleiter und wir die Notwendigkeit an diesen 'Sandwichschulen' Jugendsozialarbeit einzurichten“, meinte der Amtsleiter. Durch die JaS soll an beiden Realschulen das soziale Miteinander der 450 (Städtische) bzw. rund 1000 Schüler (Staatliche) verbessert werden. Mit Etablierung der JaS wird auch Einzelfallhilfe und Beratung für Lehrkräfte und Eltern angeboten. „Wieso wird an beiden Schulen eine 0,5-Vollzeitstelle eingerichtet. Die Staatliche Real- schule hat doppelt so viele Schüler“, fragte Siegfried Oberdörfer (SPD). „Im Prinzip ist das für beide Schulen eine Vollzeitabdeckung“, erklärte Schulreferent Benedikt Mayer. Es gebe pro Jahr 39 Schulwochen und so sei der Jugendsozialarbeiter rund sechs Stunden pro Tag in der Schule. „Ich finde es sehr gut, dass die Jugendhilfe in die Schule kommt und bin froh, dass Kempten diesen Weg geht“, meinte Alexander Haag, Geschäftsführer des Stadtjugendrings. Und auch Claudia Dress (CSU) freute sich, dass die JaS an immer mehr Schulen ihren Platz findet. „Es ist noch nicht allzu lange her, dass die Sozialarbeit an Schulen verpönt war.“ Bürgermeisterin Sibylle Knott (FW) schätzt die JaS ebenfalls, da sie sich gesellschaftlichen Problemen, die in die Schulen getragen werden, annehmen kann. Kiymet Akan vom Stadtteilbüro Thingers wünschte sich, dass die JaS auch in Gymnasien installiert wird.

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