Rege Diskussion

Josef Köberle (v.l.), Siegfried Spangenberg, Markus Nessler, Franz Frankenhause und Peter Didszun diskutierten in Beuren über Windkraftanlagen im Allgäu. Foto: Schubert

Auf großes Interesse stieß am vergangenen Donnerstag die Podiumsdiskussion zum Thema Windkraft, zu der der Verein „Natürlich für’s Allgäu“ e.V. ins Dorfgemeinschaftshaus Beuren eingeladen hatte. Markus Nessler, zweiter Vorsitzender des Vereins, über- nahm die Moderation und führte immer wieder auf das Thema „Isnyer Berg“ zurück. Die Anlagen, die eventuell eines Tages auf den Isnyer Berg stehen könnten, bewegen die Anlieger über alle Maßen.

Die Diskussionsrunde war quer durch die Parteien und Interessensvertreter besetzt worden: Josef Köberle, Bürgermeister von Argenbühl (CDU), Peter Didszun (SPD), Siegfried Spangenberg (Grüne) und Franz Frankenhauser (FDP) hatten sich zu der Runde eingefunden. Die Stimmung im Saal war überwiegend Ablehnung gegen Windkraftanlagen geprägt, was die Diskussionsteilnehmer aber nicht davon abhielt, auch deutliche Worte für die Windkraftanlagen zu finden. Peter Didszun legte sich klar darauf fest, dass der Beschluss der Landesregierung, 20 Prozent der benötigten Energie aus erneuerbaren zu decken, realisiert werden müsse. Termine konnte er nicht nennen, denn noch steht alles in den Sternen. Josef Köberle stand den Anlagen kritisch gegenüber und setzte unter anderem auf die Erforschung der Geothermie in diesem Gebiet. Siegfried Spangenberg sprach sich für die Errichtung von Windkraftanlagen auch im Allgäu aus und sorgte damit für Unruhe im Saal. Franz Frankenhauser hoffte auf einen fairen Disput über die Windkraftanlagen. Im Augenblick steht für ihn die Information der Bürger im Vordergrund. Ob und wo überhaupt Windkraftanlagen gebaut werden sollen, ist seiner Meinung nach noch gar nicht fix. Nur eines war ihm sicher: Der Ausstieg aus der Atomenergie erfordert ein grundsätzliches Umdenken. Irgendwo her müsse die Energie ja kommen. Eigentlich war es ein sehr spannendes Gespräch, das sich oben auf der Bühne entwickelte. Markus Nessler vertrat die Meinung der Bürger immer wieder deutlich. Eines sollte aber allen klar sein: Zu verhindern ist vor allem ein Zugriff größerer Investoren in diese Entwicklung, damit nicht plötzlich Realitäten geschaffen werden, die vom Grundbesitz bis hin zu vorgegriffenen Pacht-verträgen die Meinung der Beurener Bürger unberücksichtigt lassen. Ein Ergebnis irgendeiner Art war aus der Diskussionsrunde nicht zu erwarten. Eine Festlegung auf der Basis verlässlicher Daten ist im Augenblick nicht angesagt. Eines war im Saal jedoch immer wieder zu hören: „Wir müssen aufpassen, dass wir von niemanden über den Tisch gezogen werden.“

Meistgelesene Artikel

Ausblick und Austausch

Kempten – Knapp 200 Repräsentanten der verschiedenen Bereiche des Lebens in Kempten versammelten sich am Dienstagabend in der Schrannenhalle des …
Ausblick und Austausch

Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kempten – Am Donnerstagnachmittag vergangener Woche eskalierte ein Streit zwischen einem Pärchen, in dessen Verlauf der Mann offenbar versuchte seine …
Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Schnell eingliedern mit "LASSE"

Kempten – Christian Kühn ist ein ganz normaler Mann. Täglich pendelt der 33 Jahre alte Familienvater von Füssen nach Kempten zur Arbeit. In der …
Schnell eingliedern mit "LASSE"

Kommentare