Viele Gäste werfen einen ersten Blick ins neue DAV-Alpinzentrum im Kemptener Westen

Die "Hütte in der Stadt" feiert Richtfest

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Im Frühjahr 2017 soll die „Hütte in der Stadt“, das Swoboda Alpin Kletterzentrum DAV Allgäu-Kempten, eröffnet werden.

Kempten – Für die Sektion Allgäu-Kempten des Deutschen Alpenvereins rückt die Verwirklichung eines lang gehegten Traumes immer näher: Gerade konnte der Verein am Alpinzentrum im Aybühlweg Richtfest feiern. Hunderte Besucher nutzen die Chance, bei Führungen einen Blick ins Innere des Gebäudes zu werfen, das der DAV liebevoll seine „Hütte in der Stadt“ nennt.

Im Jahr 1885 erbaute die Sektion Allgäu-Kempten die Rappenseehütte. Wenige Jahre später die Kemptner Hütte und die Tannheimer Hütte. Alle diese Hütten sind für Bergfreude ein beliebter Treffpunkt und Ort des Austausches. Ein richtiges Vereinsheim in der Stadt fehlte allerdings bislang. Das wird sich nun durch den Bau der „Hütte in der Stadt“, dem Swoboda Alpin Kletterzentrum DAV Allgäu-Kempten (so der offizielle Name) im Westen Kemptens ändern. Dieses soll ab dem Frühjahr 2017 eine Heimat für alle DAV-Mitglieder, für Bergsteiger und Kletterfreunde werden, in der zu jeder Jahreszeit Veranstaltungen, Ausbildungen sowie Seilklettern und Bouldern möglich sind. „Es ist schon sehr beeindruckend zu sehen, wie in kurzer Zeit (Spatenstich war am 9.März, Anm.d.Red.) diese 15 Meter hohe Halle entstanden ist“, so Kemptens Oberbürgermeister Thomas Kiechle in seinem Grußwort. Das 7,5 Millionen Euro teure Projekt, das von der Stadt Kempten mit 700.000 Euro unterstützt wurde, sei „ein weiteres Highlight der Stadt Kempten. Ich glaube, dass hier oben mit Cambomare, TV Kempten und dem Alpinzentrum ein neues, attraktives Zentrum des Sports entstehen kann.“

Der Haupteingang zur DAV-Geschäftsstelle wird im Osten des Gebäudes im 1. Obergeschoss liegen und über eine Außentreppe zugänglich sein. „Das ist sehr ungewöhnlich. Für einen Kletterhalle passt es aber ganz gut, dass man sich erst einmal ein Stück nach oben bewegen muss“, findet Geschäftsführer Michael Turobin-Ort. Hier können DAV-Mitglieder verschiedene Beratungs- und Serviceleistungen in Anspruch nehmen. Zwei Seminarräume stehen für Kurse, Besprechungen, Treffen und Veranstaltungen zur Verfügung. Sie sind separat zugänglich und können so auch jederzeit von externen Interessenten genutzt werden.

Der Gastronomiebereich bietet durch ein großes Glasfenster einen direkten Blick auf die Indoor-Seilkletteranlage sowie eine Terrasse mit Blick auf die durch ein Vordach geschützte äußere Boulderwand. Im 15 Meter hohen Vorstieg- oder Seilkletterbereich stehen den Kletterern eine Indoor-Kletterfläche von 1050 Quadratmeter sowie eine Outdoor-Kletterfläche von 700 Quadratmeter in den Schwierigkeitsgraden 3 bis 10 zur Verfügung. Der Boulderbereich liegt im 2. und 3. Obergeschoss und ist von oben einsehbar. Er umfasst im Innenbereich 900 Quadratmeter sowie im Außenbereich 100 Quadratmeter Kletterfläche und ist für Anfänger ebenso geeignet wie für Wettkampf-Kletterer. Von niedrigen bis großen Wandhöhen (bis zu 4,5 Metern) mit und ohne Ausstieg ist alles geboten. Der Bereich wird komplett mit Weichbodenmatten ausgestattet und bietet den Klettergruppen sehr viel Platz und Nischen zum geselligen Sitzen. Im Erdgeschoss wird der benachbarte TV Kempten zwei Studios mit separatem Eingang betreiben. Hier befinden sich auch Umkleiden, Toiletten und Duschen. Auf der einen Seite des Daches wird sich eine Photovoltaik-Anlage befinden, die andere Seite soll begrünt werden. Direkt vor dem Gebäude entstehen rund 90 Besucher-Parkplätze. „Die Preise sollen möglichst familienfreundlich sein“, so Michael Turobin-Ort. „Wir kalkulieren mit durchschnittlich 7,60 Euro pro Eintritt.“

Das Alpinzentrum wird durch Eigenmittel des DAV sowie durch Beihilfen der Stadt Kempten und des DAV Bundesverbands finanziert. Einen weiteren Teil generiert der Verein durch Spenden und Mitgliederdarlehen. Die Sektion Allgäu-Kempten ist mit über 15.000 Mitgliedern eine der größten Sektionen des Deutschen Alpenvereins.

Sabine Stodal

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