Großes Römerfest lockt viele Besucher in den APC nach Kempten

Cäsar hat eingeladen

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Der Cäsar gibt sich die Ehre. Kaiser Nero, gespielt vom Memmminger Schauspieler Richard Aigner, besuchte am Wochenende auf dem Gelände des APC das Kemptener Römerfest, das viele Hunderte von Besuchern anlockte.

Kempten – Der römische Kaiser Nero ist auf der Durchreise. Nördlich der nahen Alpen macht der Herrscher aus dem fernen Rom Station in Cambodunum, einer römischen Siedlung, die ihm als aufstrebende Hauptstadt der Provinz Raetia beschrieben wurde. Als die Bürger in Cambodunum von der Ankunft ihres Imperators erfahren, bereiten sie ihm ein rauschendes Fest. Die Gassen sind erfüllt vom sehnsüchtigen Gerede und Gemurmel der kleinen Leute, das Geschrei der römischen Händler ist zu vernehmen und aus der Ferne hört man das Klirrren der Waffen bei den Gladiatorenkämpfen. Im Tempel wird eine andächtige Weihezeremonie vorbereitet und ein paar Gassen weiter vergnügen sich die Menschen an Römischen Reiterspielen. Die Luft ist erfüllt vom Geruch der vielen Holzfeuer, auf denen antike Leckereien zubereitet werden.

So könnte es sich vor rund 2000 Jahren zugetragen haben. Heute ist alles nur ein Schauspiel, dargeboten den Besuchern des Römerfestes „Der Cäsar lädt ein!“, das am vergangenen Wochenende im Archäologischen Park Cambodunum (APC) stattfand. Organisiert wurde das antike Römerwochenende vom Kemptener Kulturamt, federführend von dessen Leiter Martin Fink. Ziel war es, Kempten als einstige bedeutende Römersiedlung für die Menschen vor Ort erlebbar zu machen.

So waren über 100 Darsteller in historische Kostüme gewandet, die das antike Leben zu Zeiten des Cäsar Nero den vielen Besuchern anschaulich näherbrachten. Nach einer pompösen Eröffnungszeremonie mit dem Cäsar Nero, dargestellt vom Schauspieler Richard Aigner, und unter der Anwesenheit der 2. Bürgermeisterin Kemptens, Sibylle Knott, auf dem Forum, gab es anschließend an zwei Tagen römische Reiterspiele, Gladiatorenkämpfe, ein Marktgeschehen mit provinzial-römischen Handwerkern, römisches Lagerleben mit Waffenkunde, Weihezeremonien im Tempelbezirk, Schaugrabungen, ein Römerquiz für Jedermann und Mitmachprogramme für Kinder. In der Taberna konnten sich die Besucher mit Lukanischer Wurst, mit Moretum, einer Schafskäspaste und mit Lenticulae, einem hausgemachten Linsengericht, stärken. Aufgrund mangelnder Parkplätze am Gelände des APC bot der Verkehrsbund mona für die Besucher des Römerwochenendes heuer einen besonderen Shuttle-Service an. Wer wollte, konnte vom Hauptbahnhof, vom Thingers, vom P+R Parkplatz an der Ari-Kaserne oder von Kottern aus einen der Pendelbusse nehmen, die die Besucher sowohl zum APC-Gelände als auch zum Ausganspunkt zurückbrachten. Im Busticket war praktischerweise zugleich das Eintrittsbändel zum Römerfest enthalten. Auf das Angebot der mona kam auch Knott in ihrer Begrüßungsansprache zu sprechen. Ziel sei es grundsätzlich, wie auch beim diesjährigen Römerfest im APC, den Menschen bessere Angebote im Bereich des ÖPNV zu machen, sei es bei den Fahrtzeiten oder regionalen Verbindungen. Zudem unterstützten spezielle Angebote des ÖPNV wie heuer zum Römerfest das Bemühen der Stadt Kempten ihre „Touristische Vision 2030“ voranzubringen.

Jörg Spielberg

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