Kunstverein "artig" bietet den Ausjurierten wieder eine Plattform

"Salon des Refusés" gestartet

+
Immer gut für Diskussionen: die Ausstellung der „Ausjurierten“ der Festwochen-Kunstausstellung im kunstreich des artig e.V..

Kempten – Vergangenen Freitagabend, just eine Woche nach der Vernissage zur Festwochen-Kunstausstellung im Hofgartensaal, öffnete der „Salon des Refusés“ in der Galerie Kunstreich seine Pforten.

Dort können nach einem Jahr Pause heuer wieder ausjurierte Werke der Festwochen-Ausstellung besichtigt werden. Viele Künstler mit insgesamt über 120 Werken nehmen hier die Gelegenheit wahr, ihre Kunst doch noch der Öffentlichkeit präsentieren zu können.

Stefan A. Schmidt, Vorsitzender des veranstaltenden „artig e.V.“, eröffnete die Vernissage und bedankte sich zunächst für das dem Verein entgegengebrachte Vertrauen aller Künstler, die ihre Bilder zur Verfügung stellen. Die große Anzahl an Bildern brachte laut Schmidt ein wenig Platznot, was die sehr gute Beleuchtung aber wieder aufwiegt. „Die Bilder hängen teilweise dadurch etwas höher oder tiefer, aber man will es dem Besucher ja nicht zu leicht machen,“ scherzte Schmidt. „Eine Ausstellung dieser Art gibt es im weiten Umkreis nicht. Es existieren praktisch keine Regeln. Die Veranstaltung ist anarchistisch gewachsen, als eine andere Art der Kunstrezeption. Man kann sich hier seine eigene Meinung machen, aber man muss es nicht“, referierte Schmidt weiter. Er kritisierte die allgegenwärtige Frage nach einer Meinung zu allem, die meist keine eigene mehr sei, sondern ohne jegliches Wissen geteilt werde. Seine Antwort, als er bei einer Ausstellung nach seiner Meinung gefragt worden sei, sei schlicht und einfach gewesen: „Ich meine nichts dazu, hatte aber große Freude an der Ausstellung.“ Dieser Geist soll seines Erachtens auch im „Salon des Refusés“ herrschen, der 2014 zum ersten mal durch den artig e.V. ermöglicht wurde und für Gesprächsstoff sorgte. „Hier macht man die Erfahrung, dass Künstler Freiheit genießen und zum Ausdruck bringen. Ich habe mich gefreut, dass jemand Kunst macht, jenseits seines Kontostandes, ohne an Kapitalismus oder Konsum zu denken. Viele große Künstler haben Kunst nur um der Kunst Willen gemacht, nicht um Geld zu verdienen. Du musst nicht nur etwas machen was irgendeinen verwertbaren Zweck erfüllt“, äußerte Schmidt. Er wünschte dieser Ausstellung die befreiende Erfahrung keine Meinung haben zu müssen.

Ungefilterte Kunst

Auf der gut besuchten Vernissage herrschte reges Interesse und viele der Aussteller waren vor Ort, um Rede und Antwort zu ihren Werken zu stehen. Durch die Vielzahl der Künstler ist die Bandbreite an Techniken und verschiedensten Künstlerischen Ausdrucksformen groß. In erster Linie Malerei, aber auch Fotografie und Skulpturen gibt es zu bestaunen. Im Gegensatz zu der im Hofgartensaal ausgestellten Auswahl an Werken, kann der Besucher hier ungefilterte Kunst genießen und sich eine eigene oder auch keine Meinung dazu bilden.

Die Ausstellung ist noch bis Sonntag, 18. September 2016, samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr und dienstags von 16 bis 20 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Monika Klughammer

"Salon des Refusés" im kunstreich

Meistgelesene Artikel

1500 Päckchen dabei

Kempten – Der Kemptener Stadtnikolaus kommt auch in diesem Jahr wieder am kommenden Montag, 5. Dezember, zu den Kindern. Begleitet wird er von einem …
1500 Päckchen dabei

Nach Herzenslust einkaufen

Kempten – Mit der „Langen Einkaufsnacht“ läutet das City-Management Kempten traditionell die romantische Vorweihnachtszeit ein. Jedes Jahr strömen am …
Nach Herzenslust einkaufen

Chancen und Arbeit bieten

Kempten – Unternehmen für das Thema Inklusion zu sensibilisieren, das will die Agentur für Arbeit Kempten-Memmingen erreichen. Über hundert Firmen …
Chancen und Arbeit bieten

Kommentare