Schnelle Lösung

Der öffentliche Druck zeigt Wirkung: Bereits am Dienstag vergangener Woche, also vier Tage nach der Bürgerinformationsveranstaltung in Lenzfried (der KREISBOTE berichtete), hat Hans Ulrich-Raithel vom Münchner Umweltinstitut im Bauausschuss eine Alternative zum Hochbehälter des KKU als Standort für einen O2-Handymast präsentiert. Die „U03a“ genannte Variante liegt etwa 50 Meter nördlich des Wasserbehälters und weist selbst im schlechtesten Fall eine Belastung von nur 0,3 mW/m2 auf. Deshalb soll nun dieser Standort O2 vorgeschlagen werden, so der einstimmige Beschluss des Ausschusses.

Dass das Thema Mobilfunk die Lenzfrieder auch nach der Bürgerinformationsveranstaltung am vorvergangenen Freitag weiterhin umtreibt, zeigte sich am Dienstagnachmittag: Zahlreiche Lenzfrieder waren ins Rathaus gekommen, um bei der Diskussion und Abstimmung über den Hochbehälter als Sendemast-Standort dabei zu sein. Auf Anraten eines Anwohners konnte Hans Ulrich-Raithel jedoch noch eine weitere Alternative präsentieren, die die Wogen etwas glätten dürfte. Angesichts des Drucks aus der Bevölkerung habe er sich bereits am Sonntag nach der Versammlung auf die Suche nach weiteren Alternativ-Standorten begeben, so Ulrich-Raithel, und sei fündig geworden. Etwa 50 Meter nördlich des Lenzfrieder KKU-Hochbehälters und westlich der Waldfläche soll seinen Vorstellungen zufolge der Sendemast künftig stehen. „Diese Variante weist insbesondere für die beiden am nächsten gelegenen Höfe im Hinterholz deutlich geringere Prognosewerte mit geschätzten 0,02 bis 0,03 mW/m2 auf", berichtet Ulrich-Raithel. Erreicht werde dieser günstige Wert durch die vorhandene Topographie des Höhenrückens, „der bei diesem Standort mit seiner Hangkante eine Abschattung im Hinterholz bewirkt." Reduzierung um 97 Prozent Der ungünstigste Immissionsort dieser Alternative, die Wohnhäuser an der Öschstraße, müssten mit einem Prognosewert von 0,3 mW/m2 rechnen, was aber immer noch unter dem Wert des ursprünglich vorgesehenen Standorts Hochbehälter liege. Damit sei es gelungen, seit Beginn des Verfahrens die errechnete Strahlenbelastung für die Bevölkerung um 97 Prozent zu reduzieren. „Eine ganz erhebliche Reduktion", frohlockte der Mobilfunk-Experte. Trotzdem sei in Lenzfried und auf der Ludwigshöhe mit optimalem Handy-Empfang zu rechnen. Einen Haken hat der neue Standort allerdings: Das Grundstück befindet sich im Gegensatz zum Hochbehälter in privatem Besitz. Doch auch hier konnte Ulrich-Raithel Entwarnung geben: „Die Eigentümerin hat aber gegenüber der Verwaltung bereits ihre Verhandlungsbereitschaft zur Vermietung bekundet", berichtete er. Erleichtert über diese Lösung zeigten sich die Stadträte, allen voran der Lenzfrieder CSU-Mann Thomas Kiechle. Als einen „vorbildlichen demokratischen Prozess" lobte er das Verfahren. „Wir werden an diesem Weg festhalten müssen." Elisabeth Brock (Grüne/FL) gab zu, „jetzt doch etwas entspannter" zu sein und Richard Hiepp (CSU) sagte: „Ich bin froh, dass diese Variante gefunden wurde." Auch OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) zeigte sich anschließend überzeugt vom neuen „dialogischen Verfahren". „Das Verfahren hat seine erste Belastungsprobe bestanden." Die Diskussionen im Vorfeld bezeichnete er als „emotionalen, aber konstruktiven Diskurs".

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