Ein Schub für die Integration

Gemeinsames hämmern symbolisiert den Beginn des Umbaus: OB Dr. Ulrich Netzer (v.l.), Architekt Martin Unzeitig, Domvikar Armin Zürn, InVivo-Geschäftsführer Dr. Norbert Turulski und Inneneinrichtungs-Planer Rüdiger Mayer. Fotos: KJF/Karg

Jetzt geht’s los: Zum Jahreswechsel übernahm die Katholische Jugendfürsorge von den Schwestern der Liebe Christi das Tagungshaus St. Raphael im Bischof-Freundorfer-Weg, seither wurde das Mobiliar ausgeräumt und der Umbau vorbereitet. Am Donnerstag vergangener Woche wurde mit symbolischen Hammerschlägen der Umbau eingeleitet, um das Haus bis September zu modernisieren.

„Tagungshaus St. Raphael im Allgäu: Tagen – Bilden – Übernachten.“ Mit diesem Slogan will das Haus künftig auftreten, wie Domvikar Armin Zürn, Direktor der Katholischen Jugendfürsorge (KJF), sagte. Die Schwesternschaft, der Zürn herzlich dankte, sei „ein wichtiger Teil der 100-jährigen Geschichte der KJF“, so Zürn. Die Schwestern bleiben in einem Flügel des Hauses wohnen. Die Hauskapelle, die von den Schwestern und künftigen Hausgästen genutzt werde, sei ein „bleibender und wichtiger Bestandteil“ des Hauses. Die Katholische Jugendfürsorge will das Haus, das nach wie vor der Diözese Augsburg gehört, mit ihrer Tochtergesellschaft InVivo betreiben. Diese gemeinnützige GmbH ist ein Integrationsbetrieb, bei dem mindestens 40 Prozent der Beschäftigen eine anerkannte Schwerbehinderung haben. Das ist für Domvikar Zürn auch „ein Signal an die Wirtschaft“: ein Betrieb könne durchaus auch mit Mitarbeitern mit einer Behinderung am freien Markt bestehen. Geplant ist laut InVivo-Geschäftsführer Dr. Norbert Turulski, dass etwa 15 Personen im Haus St. Raphael Arbeit finden, so dass mindestens sechs Menschen mit Behinderung dort angestellt werden. OB Dr. Ulrich Netzer (CSU) sagte, die Stadt sei „sehr glücklich über die Lösung“, dass die Schwestern in der Stadt bleiben und das Haus St. Raphael weitergeführt werde. Er freue sich, dass mit der Übernahme durch die KJF „der Integrationsgedanke einen Schub bekommt“, bekannte Netzer. Die genauen Pläne für Umbau und Ausstattung stellten Architekt Martin Unzeitig und Inneneinrichtungs-Planer Rüdiger Mayer vor. Veranschlagt sind für die Modernisierung des im Jahr 1989 bezogenen Hauses sowie einen Anbau etwa drei Millionen Euro. Diese Summe muss die Katholische Jugendfürsorge selbst aufbringen. Zuschüsse wurden beim Integrationsamt und der Aktion Mensch beantragt, über deren Bewilligung aber noch nicht entschieden wurde. Zu den insgesamt 7000 Quadratmetern Fläche kommen weitere 700 hinzu. Die Zahl der Tagungsräume wird erhöht. Ein Anbau entsteht, in dem ein Restaurant und weitere Gästezimmer Platz finden, so dass dann statt bisher 37 insgesamt 44 Gästezimmer zur Verfügung stehen, von denen dann zwei ohne Stufen und nach der aktuellen Norm barrierefrei sein werden.

Meistgelesene Artikel

Schnell eingliedern mit "LASSE"

Kempten – Christian Kühn ist ein ganz normaler Mann. Täglich pendelt der 33 Jahre alte Familienvater von Füssen nach Kempten zur Arbeit. In der …
Schnell eingliedern mit "LASSE"

Neues Wettbewerbsgebiet für Stadtparkgestaltung

Kempten – „Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt“ lautet eine Redensart, die sich nun bei der Auslobung für den Wettbewerb zur …
Neues Wettbewerbsgebiet für Stadtparkgestaltung

Wirtschaftlicher Erfolg durch Ökologie

Kempten – Dem selbstsicheren, ruhig auftretenden und entspannt schwäbelnden Oberbürgermeister von Stuttgart, Fritz Kuhn, gelang es beim …
Wirtschaftlicher Erfolg durch Ökologie

Kommentare