Schulden Einhalt gebieten

Überschuldung ist ein ernst zu nehmendes Problem bei Jugendlichen. Darin waren sich die Mitglieder des Ausschusses für soziale Fragen in ihrer jüngsten Sitzung einig. Auf der Tagesordnung stand ein Bericht der Diakonie über den Verlauf der „Schuldenprävention an Schulen“. Alfred Stoffel, Schuldenberater bei der Diakonie, machte jedoch klar, dass das Problem neben Schülern auch die Eltern und Menschen jenseits des Schulalters betrifft.

Der pensionierte Staatsanwalt konnte noch keine durchschlagenden Ergebnisse vorweisen. Das Projekt sei auf zwei Jahre angelegt und nun sei die Halbzeit erreicht. Vor allem die Suche nach Partnern habe sich schwierig gestaltet, berichtete er. Die Diakonie sehe den größten Handlungsbedarf an den Hauptschulen. Enttäuscht zeigte sich Stoffel, dass von den angeschriebenen Schulen keine Resonanz gekommen sei. Als positiv hob er einzelne Projekte hervor, wie etwa den Finanzführerschein, der zusammen mit der Schulsozialarbeit der Volksschule An der Hofmühle in der dortigen 8. Klasse realisiert worden sei. Stadtrat Thomas Kiechle (CSU) riet ihm, sich nicht entmutigen zu lassen. „Die Schulen werden mit so etwas zugemüllt. Da geht auch mal was unter“, erklärte der Hauptschullehrer. Häufig seien es nicht die Schüler, sondern die Eltern, die sich verschulden, erklärte Stoffel. Die Eltern seien es, die etwa das Handy ihrer Sprösslinge bezahlen. Kiechle wie darauf hin, dass viele Eltern sich gegenüber ihren Kindern nicht durchsetzen. Oft erben die Kinder die wirtschaftliche Inkompetenz der Eltern, meinte Sozialamtsleiterin Maria Ruppolt. „Die Leute lernen nicht, dass sie Einnahmen und Ausgaben in Relation setzen müssen“, beklagte Stoffel. Er erzählte ausführlich vom Fall einer 20-jährigen Mutter, die ohne Beratung es nicht schaffe, mit ihrem Erziehungsgeld und dem Gehalt ihres Lebensgefährten den Unterhalt ihrer dreiköpfigen Familie zu bestreiten. Oft seien es teure Wohnungen und das Auto, die die Lebenshaltungskosten in die Höhe trieben. Vor allem der fahrbare Untersatz sei oft unnötig, den Jungen aber schwer auszureden. Einen Lichtblick in Bezug auf die Schuldenprävention an Schulen sah Jugend- Schul- und Sozialreferent Benedikt Mayer. Im Rahmen einer Konferenz mit den Grund- und Hauptschulrektoren seien diese für das Thema sensibilisiert worden. Dennoch: „Der Weg über einzelne Lehrer bringt mehr“, war sich Stoffel sicher.

Meistgelesene Artikel

Ausblick und Austausch

Kempten – Knapp 200 Repräsentanten der verschiedenen Bereiche des Lebens in Kempten versammelten sich am Dienstagabend in der Schrannenhalle des …
Ausblick und Austausch

Entwurf der neuen Autobahnbrücke vorgestellt

Kempten – Deutlich auffälliger als bisher wird die neue Zeppelinbrücke über der A7, Höhe Ursulasried, gestaltet sein. Mit einem oberliegenden …
Entwurf der neuen Autobahnbrücke vorgestellt

Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kempten – Am Donnerstagnachmittag vergangener Woche eskalierte ein Streit zwischen einem Pärchen, in dessen Verlauf der Mann offenbar versuchte seine …
Lebensgefährtin versucht anzuzünden

Kommentare